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CD-Kritik-Detail
Kleemann-Land des Lächelns

Kleemann

Land des Lächelns

(Avasonic/Rough Trade, 2006)


“Mit viel Charme und dem nötigen Augenzwinkern die großen und kleinen Sorgen des Alltags einzufangen und in harmonischen Pop-Arrangements zu vertonen…“, das hat sich die hannoversche Band Kleemann um den Sänger, Gitarristen und Songschreiber Martin Kleemann zum Ziel für ihr neues Album „Land des Lächelns“gesetzt. Ziel voll und ganz erreicht, so kann man das Fazit gleich vorweg nehmen. Kleemann ist unter der Regie von Arne Neurand im Horus Studio Hannover eine voll und ganz stimmige und professionelle Produktion gelungen, die ohne Weiteres mit den Werken von Genregrößen Deutschlands mithalten kann. Die Band präsentiert auf „Land des Lächelns“, stilistisch zeitlosen Rock-Pop in dem sich inhaltlich im Schwerpunkt Menschen im reiferen Alter wieder finden dürften und auch im Programm der größeren Radiosender des Landes kann man sich den ein oder anderen Kleemann-Song gut vorstellen.

Obwohl sich die Zeiten scheinbar in einem laufenden Prozess ändern, bleiben die Themen, mit denen sich Rock-Pop-Songwriter respektive Liedermacher auseinandersetzen seit Jahrzehnten unverändert. In „Von der Liebe“ geht es um den Zustand des Verliebtseins; soziale Kälte, Ellenbogengesellschaft, skrupellose Wirtschaftsbosse und Politiker, die den oft angeführten „kleinen“ Mann schon mal vor die Hunde gehen lassen und die Schuld gern anderen in die Schuhe schieben, sind Thema in „Seenot“. Dass sich Menschen in unserer Gesellschaft oft nur darum kümmern zu funktionieren, eine Aufgabe zu erfüllen, sich Drill und Disziplin unterzuordnen und dabei vergessen, „wirklich“ zu leben, damit setzt sich „Pläne ohne Seele“ auseinander. Und natürlich gehört zum Verliebtsein, der Liebe oft auch die Trennung: „Zurück zu Dir“ heißt hierzu der Song von Kleemann, eine Cover-Version von Ray Wilson´s „Another Day“, mit deutschem Text versehen und ein wenig weicher interpretiert als im Original, was auch damit zusammenhängt, dass Martin Kleemann naturgemäß nicht die tiefe, raumgreifende, charakteristische Stimme des schottischen Sängers hat.

Kleemann bewegen sich sicher durch Rock-Pop und Songwriter-Pop, variieren aber auch in dem sie soulige Balladen einbinden. Kompositorisch ausgereift, erwachsen eben und wer unbedingt Anleihen oder Vergleiche benötigt: Fans von Pur / Hartmut Engler, Heinz Rudolf Kunze oder auch ansatzweise Matthias Reim, dürften –besonders am Gesang orientiert - die Musik sehr schätzen. Die Release-Party von „Land des Lächelns“ steigt am 26.Oktober 2006 im MusikZentrum, gut vorstellbar wäre diese Band mit diesem Programm auch in Locations wie dem Theater am Aegi. Keine Angst, hier hat man es nicht mit amateurhaftem Hannover-Nachwuchs-Pop zu tun, diese Platte ist –und diese Plattitüde sollte mal erlaubt sein – absolut amtlich.

www.klee-mann.de

Andreas Haug
(08.12.2006)

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