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CD-Kritik-Detail
Neal Morse-Testimony

Neal Morse

Testimony

(Inside Out / SPV, 2003)


Nach dem plötzlichen, für viele völlig unerwarteten Ausstieg bei der kalifornischen Progressive-Rock-Band Spock´s Beard im Herbst 2002, meldet sich Sänger, Songschreiber und Multiinstrumentalist Neal Morse mit dem (Solo-) Album „Testimony“ überraschend schnell wieder im Musikgeschäft zurück.

Und wer hätte gedacht, dass der überaus religiöse Mann, der seine Band – wie er seinerzeit selbst äußerte- auf Grund einer göttlichen Eingebung verließ, dann gleich ein Doppelalbum mit über 120 Minuten Gesamtspieldauer präsentieren würde? Dabei hätte durchaus vermutet werden können, dass sich Morse, nach der für Außenstehende völlig überflüssigen Trennung von Spock´s Beard für lange Zeit ganz aus dem Geschäft verabschieden könnte.

Dass dem nicht so ist und wie groß der Beitrag von Neal Morse an Spock´s Beard war, zeigt diese Doppel-CD eindrucksvoll.

„Testimony“ ist im Grunde die Spock´s Beard Platte, die man als logischen Nachfolger von „V“ oder dem –in den Augen vieler – grandiosen und bis dato wohl besten SB- Album „Snow“, hätte erwarten können.

Ganz im Gegensatz zu seinem vorherigen, auf eingängigem Rock-Pop-Songwriting basierendem Album „It´s not too late“, hat Neal Morse auf „Testimony“ nahezu alle Register des Progressive-Rock gezogen und ein opulentes wie komplexes Rock-Album geschaffen, das allerdings nicht ohne das ein oder andere Zitat aus „Snow“ auskommt, was möglicherweise durchaus beabsichtigt sein könnte, um eine inhaltliche Verbindung zum 2002er-Konzeptalbum herzustellen.

Ein im Songwriting sicheres Gespür für eingängige wie fesselnde Melodielinien und der mitunter fast zerbrechlich wirkende emotionale Gesang sind Markenzeichen von Neal Morse, die auch dieses Album maßgeblich prägen.

Für „Testimony“ sicherte sich Morse die Dienste von einigen Mitgliedern des Nashville-Sinfonie-Orchesters (für Streicher, Hörner, Chöre), Kansas-Gründungsmitglied Kerry Livgren hat an der Platte mitgewirkt, für deren technische Betreuung Rich Mouser (Spock´s Beard „V“ und „Snow“) verantwortlich zeichnete, während am Schlagzeug niemand Geringerer als Mike Portnoy saß.

Ganz großes Kino, das nahezu keine Wünsche offen lässt.

www.nealmorse.com

Andreas Haug
(08.12.2006)

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