| CD-Kritik-Detail |
Kleemann Kleiner Held (Popland Records, 2002) In der Presseinfo zu ihrem Album-Debüt beschreiben Kleemann ihre Musik selbst als ungekünstelt, ungehyped und unmodern – eingängige Popmusik mit deutschen Texten- und treffen damit den berühmten Nagel mitten auf den Kopf. Lediglich das Wort „unmodern“ könnte man- positiver formuliert- auch gegen „zeitlos“ eintauschen. Kleemann bewegen sich fernab jeglicher Trends, die Band präsentiert sich auf sympathisch bodenständig-ehrliche Weise mit solidem Handwerk und qualitativ ausgereiftem Songwriting. Unter den elf Titeln auf diesem Album befinden sich mit dem Mid-Tempo Pop-Rocker „Alle Jahre wieder“ und der wunderschönen Ballade „Kleiner Held“ zwei richtig eingängige Ohrwürmer, Songs, die einen schon beim ersten Hören zu fesseln vermögen. Sänger Martin Kleemann zeigt auf sehr beeindruckende Weise, dass man das Kantige und Hölzerne der deutschen Sprache im Zusammenhang mit der Gesangsrhythmik in den Songs durchaus als Stilmittel nutzen kann. Eine gewisse Nähe zu Genregrößen wie Grönemeyer oder Kunze ist bei Kleemann nicht zu von der Hand zu weisen. Die Texte sind akustisch mitunter etwas schwer verständlich, dafür aber im Booklet abgedruckt- auch auf diesem Terrain liegen die Stärken der Band. Kleemann verzichten auf melodieunterstützendes sinnfreies BlaBla, sondern haben dagegen richtig Anspruchsvolles auf Lager. Großer Pluspunkt auch hier. Was die Arrangements und die Produktion betrifft, hätte man der Band sicher noch ein wenig mehr Pfiff und Originalität zutrauen können um die Titel im Studio etwas frischer und zeitgemäßer aufzuarbeiten. Wer von einer CD-Produktionen mehr erwartet, als das fehlerfreie, bloße Aufnehmen einer Band im Gesamtkontext, für den wird sich „Kleiner Held“ nicht unbedingt als Offenbarung darstellen. Nix für Feinschmecker, eher etwas für Leute, die Lust auf einen guten und würzigen Eintopf Hausmacher Art haben, was manchmal ja auch nicht das Schlechteste ist. Für die erste Liga dürften sich Kleemann mit dieser Produktion bislang noch nicht aufdrängen, ihre Aufstiegsambitionen auf Grund des guten Songwritings und der Ausdruckskraft ihrer Lieder mit diesem Debüt aber nachhaltig untermauern. www.klee-mann.de Andreas Haug (08.12.2006) Weitere oder ähnliche Reviews: Kleemann - Euphorie & Praxis (2010) Kleemann - Land des Lächelns (2006) Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum |
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