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CD-Kritik-Detail
Samavayo-One Million Things

Samavayo

One Million Things

(Sector B/ EMI/ Rough Trade, 2010, CD)

Rockszene-Bewertung: 7 / 10 Pkt.
Wertungsbalken

Hmm. Über eine geschlagene Stunde versuche ich nun schon hier die passenden Zeilen auf´s digitale Papier zu bringen, aber irgendwie will der „Flow“ (Yeah!) sich nicht richtig einstellen. Was klingt wie eine neue japanische Kampfsportart, ist eine Band aus Berlin. Mit dieser Herkunft ist der Stil eigentlich schon vorgeschrieben. Volle Indie-Kante, tanzbar und immer ein bisschen dreckig, man kennt das ja mittlerweile und hat es leider auch langsam ein bisschen über. Dieses Album braucht Zeit und deshalb kriegen die Kollegen diese. Hätte ich nur die Momentaufnahme bewertet, würde hier jetzt zusammengefasst „gewöhnlicher Indiekrams“ stehen. Damit täte man der Kapelle allerdings langfristig Unrecht.

Mit den straighten Rocknummern kann mich die Band allerdings auch nach mehreren Durchgängen nicht hundertprozentig überzeugen. Viel besser gefällt mir die Band beim Titelsong „One Million Things“, der sich zu einer absoluten Perle entwickelt. Mutig und sich nicht unangenehm zwanghaft in die Charts drängend, große Klasse! Der Opener „Go“ ist zwar schön eckig, klingt aber eher nach einem Startschuss mit angezogener Handbremse als nach Kickstart. „Greatest Fan“ ist ein starker Song der Platte, eingängig aber nicht einspurig, mit schöner Hook. Ebenfalls Daumen hoch gibt es für „Teheran Girl“.

Insgesamt wirkt die Band noch nicht so ganz fertig, wie ein Drei-Minuten-Ei. Manche Zeitgenossen schlürfen das zwar gerne weg, anderen kommt dabei die Galle hoch. Obwohl die Jungs schöne Sounds erzeugen, werden die Songs manchmal ein bisschen langweilig. Größtes Manko ist das Fehlen einer prägnanten Stimme. In den ruhigen Passagen passt das so zwar super, aber beim Gasgeben fehlt oft der Druck. Vielleicht sollte man sich insgesamt mehr in diese chillige, coole Richtung bewegen, Ballermonster gibt es eh schon so viele wie Kampfsportarten in Japan und grooven können sie, die Berliner.

Fazit: Auf´s erste Ohr nicht so prickelnd, kommt aber nach ein paar Hördurchgängen deutlich besser.

Jan Hagerodt
(29.01.2010)

Link(s):
www.samavayo.com
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KOMMENTARE zur REVIEW von Samavayo:

 Thomas am 04.03.10, 10:46 Uhr
Soundtechnisch-musikalisch ist die Platte für mich schon ziemlich gut ausgefeilt. Was Stimmengastechnisch auf der Platte fehlt/ zurückhaltend klingt, wird man live nicht vermissen. Wichtig, für mich, die Jungs heben sich von Berliner-indie-Einheitsbrei ab und sind auf dem besten wege "Fuel" zu verbreiten.


 Kim am 02.03.10, 10:55 Uhr
3-Minuten-Ei...hehe

ja, ein bisschen mehr Stimmen-Gas würd mir auf der platte auch gefallen, zumal es live ja schon kracht...auch stimmlich...na mal schauen





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