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Sonic Front nehmen im Inst.f.Wohlklangforschung auf
Ein Blick hinter die Studio-Türen
von Andreas Haug, Fotos: Frauke Rauner "Das sind richtig gute Arbeitsbedingungen hier in diesem Studio", sind sich die fünf Musiker von Sonic Front einig. Die Rede ist vom Institut für Wohlklangforschung, das vor einigen Monaten die Räumlichkeiten des ehemaligen Peppermint Park Studios am Weidendamm in der hannoverschen Nordstadt bezogen hat. Hier im großen Aufnahmeraum, wo heute das Equipment von Sonic Front aufgebaut ist, wurde in den vergangenen Jahren so manches Erfolgs-Album produziert . Fury in the Slaughterhouse (u.a. "Mono" wurde hier gemacht) zählten zu den Stammkunden, auch Terry Hoax, Cultured Pearls und viele andere gaben sich die Klinke zum Studio in die Hand.Im riesigen Regieraum des Studiokomplexes sitzt mit Willi Dammeier der Chef persönlich an den Reglern und betreut die Aufnahmen zur neuen CD von Sonic Front. "Mit Willi haben wir schon unsere erste CD "Are you lost" aufgenommen, damals noch im alten Studio in Wülfel", erklärt Sänger Kai Hornung. "An ihn sind wir über Kontakte in der Szene rangekommen und es hat sich mit der Zeit auch persönlich ein sehr gutes Verhältnis entwickelt", erzählt Kai weiter. "Ihm haben wir sehr viel zu verdanken, er ist so etwas wie der Mann mit dem goldenen Ohr", schmunzelt der Sänger. "Für uns wichtig, dass wir zu jemanden Vertrauen im Studio haben können, jemand von dem wir wissen, dass er unsere Vorstellungen von Sound optimal umsetzt, vor allem dass auf der Platte, die Härte und die Energie die wir live haben, nicht verloren geht. Hier ist Willi der richtige Mann", fügt Gitarrist Christoph Renne hinzu, der auch vor allem auch von der Akustik des Studios begeistert ist, die sich, z.B. mit der Lamellenverkleidung an den Wänden variabel gestalten lässt. Damit man sich bei der Studioarbeit, die gemeinhin sehr viel Konzentration von jedem Einzelnen verlangt, nicht irgendwann gegenseitig "auf den Keks" geht, gibt es gute "Zerstreuungsmöglichkeiten", wie es Kai ausdrückt. "Wenn jemand oben aufnimmt können die anderen unten im großzügigen Aufenthaltsbereich entspannen". Man kann eine Runde Billard spielen, bei einer Tasse Kaffee klönen, sich in der Küche eine Pizza in den Ofen schieben, oder sich auf´s Sofa vor den Fernseher lümmeln und es sich gemütlich machen. So ganz ist es heute nicht mit Gemütlichkeit, denn im Aufenthaltsbereich ist jede Menge Keyboard-Equipment aufgebaut, an dem Sonic-Front-Tastenmann Arman Gregor an seinen Sounds bastelt. "Dadurch, dass wir die Möglichkeit haben, die Keyboards hier unten aufzunehmen, können wir effizienter arbeiten", erklärt Studio-Boss Dammeier. Anschließend führt er die Rockszene.de-Mitarbeiter an sein großes Regiepult und in den Aufnahmeraum, um uns in die Grundzüge einzuweihen, wie er die Aufnahmen von Sonic Front sorgfältig Schritt für Schritt aufbaut. Zuerst ist das Schlagzeug dran, das in diesem Fall nach knapp drei Tagen komplett fertig eingespielt war. Snare-Drum, Toms, Hi-Hat, sind einzeln abgenommen, zwei Overheads für Crash-und Ride-Becken und in einem Abstand von knapp 2 Metern sind zwei weitere Mikros für den Raumklang positioniert. Die Bass-Drum wird von zwei Mikro abgenommen, eines ist in der Trommel, das andere außen am Resonanzfell, um "den Ton zu bekommen, den ich haben will", erklärt Willi. "Das wichtigste ist, dass das Schlagzeug optimal gestimmt ist, das kann sogar bei manchen Songs variieren. Die unterschiedlichen Signale werden später bei der Mischung optimiert, so dass die Bass-Drum auf der einen Seite schön kickt, auf der anderen aber auch einen Ton hat. Ähnliches verhält es sich mit dem Bass. Auch hier werden mehrere Signale eingespeist, die dann zum Gesamt-Bass-Sound gemischt werden. "Erst wenn die Sachen soundtechnisch Form angenommen, geht es an den Gitarrensound", sagt Willi. Die Gitarren einzuspielen ist Aufgabe von Christoph Renne, dem gleich mehrere verschiedene Verstärker unterschiedlicher Klang-Charakteristika im Studio zur Verfügung stehen, auch hier gibt es verschiedene Spuren mit unterschiedlichen Sounds die später zur optimalen Mischung vereint werden. Was sich zunächst unheimlich zeitaufwendig anhört, ist im Endeffekt gar nicht so dramatisch. Sonic Front sind extrem gut vorbereitet, haben konkrete Vorstellungen und die Songs stehen, bevor es ins Studio geht. Es wird höchstens noch zu 10 % während des Aufnahmeprozesses an den Songs gestrickt, "meist wird eher reduziert", sagt Willi, an dem die Sonic-Front-Musiker auch seine ruhige Art und die "Engelsgeduld" schätzen. So werden die Aufnahmen nicht so richtig als "Arbeit" empfunden: "Studioarbeit ist für uns dann eher ein Selbstgänger " es macht Spaß", meint Kai. In der ersten Augusthälfte wird das Album gemischt. "Die neuen Songs werden kompakter sein, in sich stimmiger, melodiebetonter", verrät Kai schon mal. "Zeitgemäße, moderne Rockmusik", hierauf einigen sich Sonic Front wenn es um die Stilfrage geht. Wenn´s klappt erscheint die Platte im Oktober. Wer im Institut für Wohlklangforschung in Hannover aufnehmen will, findet weitere Infos und Kontakte unter www.wohlklangforschung.de Für Musiker von weiter her brauchen sich bezüglich der Übernachtungsfrage keine Sorgen zu machen: Im Keller des Gebäudes befinden sich zwei komplett ausgestattete Musiker-Appartement, mit Bad und WC. |
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