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Die Fans fast jederzeit im Blick: Oliver Busse von Cosmic Tribe bei der Show im Faust
Die Fans fast jederzeit im Blick: Oliver Busse von Cosmic Tribe bei der Show im Faust

Mit zuweilen sehr viel Energie und Nachdruck: Chris Kähler von den Kosmopiloten
Mit zuweilen sehr viel Energie und Nachdruck: Chris Kähler von den Kosmopiloten

Mit definitiv ganz viel Stimme und Druck: Carsten Frank von Athorn
Mit definitiv ganz viel Stimme und Druck: Carsten Frank von Athorn

Auch optisch oft explosiv: Die Rocknacht beim Faust-und Hoffest
Auch optisch oft explosiv: Die Rocknacht beim Faust-und Hoffest

07. September 2009

Umfangreich zufriedengestellt

Rocknacht beim Faust-und Hoffest

Ein frühherbstlicher Samstagabend in Hannover. Gegen halb Neun bricht die Dämmerung über das Faustgelände herein, draußen auf dem Hof füllt eine Reggae-Band die kleine Radio-Flora Bühne bis auf fast den letzten Zentimeter und schüttelt gut gelaunt tanzbare Grooves und chillige Sounds aus dem Ärmel, während sich in der 60er-Jahre Halle das Publikum für die Rocknacht mit den drei hannoverschen Bands Athorn, Kosmopiloten und Cosmic Tribe rüstet.

Die Halle ist schon früh recht ordentlich besucht. Athorn legen gleich mit einem technisch brillanten, druckvollen und wieder einmal musikalisch sehr abwechslungsreichen wie kurzweiligen Metal-Set los. Schon vor wenigen Wochen im Béi Chéz Heinz wurde die noch relativ neue Formation gebührend gefeiert, heute entfaltet die Band auf der großen Bühne der Faust ihre volle Wirkung mit einer sehr vitalen Show. Volle Punktzahl schon mal dafür. Ein mehr als gelungener Einstieg für einen Live-Abend der dem feierwütigem Publikum, dem im Mephisto nebenan noch ein zünftiger Elektro-Groove-Rave und später noch in der Halle die Rock-Arena-Party mit DJ Goodnews bevorsteht. Und das alles für einen für heutige Verhältnisse fast schon sensationell günstigen Eintrittspreis von 5 Euro. Da kann man wohl kaum meckern.

Nichts zu mäkeln gibt es auch an dem Auftritt der Kosmopiloten, die ihre Show heute audiovisuell aufzeichnen lassen. Die Halle ist nun weiter gefüllt, die Band auf der Bühne quicklebendig. Man merkt den vier Kosmopiloten an, dass sie in den vergangenen Monaten ihre Gesamtpräsentation deutlich weiterentwickelt haben, augenscheinlich hat auch die Teilnahme an der Bandfactory und die damit verbundenen Spezialcoachings ihre positiven Spuren hinterlassen. „Wir waren jüngst bei Jens Krause für einige Aufnahmen im Capitano Studio, das war ziemlich gut“, freut sich Kosmopiloten-Sänger Chris Kähler der heute Abend in der Faust den stilvollen Frontmann gibt. Statt Bier oder Wasser aus der Flasche gibt es zwischen den Songs kleine Schlucke Rotwein aus dem Glas. Fein, fein.

Cosmic Tribe öffnen Türen und Tore zur alten Rock´n´Roll Riff-Rock- und Groove-Schule. Die Band präsentiert ihre neue CD „The Ultimate Truth About Love, Passion And Obsession“ heute offiziell dem hannoverschen Publikum, weiß aber vor allem auch mit ihren älteren Tracks zu gefallen und viele Fans auch regelrecht zu begeistern.

Man merkt den fünf Rockern an, dass sie nicht erst seit gestern auf der Bühne stehen, sie machen ihre Sache relativ unaufgeregt auf die coole und abgeklärte Art. Im Mittelpunkt natürlich –wie immer- Sänger Oliver Busse mit seiner ausdrucksstarken Stimme, Mimik und Gestik. Die anderen Herren der Band lassen es showtechnisch zurückhaltender angehen, spielen ihre Sachen aber gewohnt sicher auf den Punkt. Verletzungsgefahr (Zerrungen, Prellungen durch intensiv-exzessive Rock-Posings o.ä.) besteht heute Abend nicht.

Gegen Ende der Show finden sich mehr und mehr Gäste ein, die augenscheinlich auf den Start der heute eher etwas unspektakulär-entspannten Rock-Arena mit DJ Goodnews warten, beobachten das Konzert von Cosmic Tribe in den mittleren und hinteren Reihen aber mindestens wohlwollend. Hier und da ein Kopfnicken, ein leiches Mitwippen während vorne vor der Bühne durchaus anständig gefeiert wird. Der Höhepunkt dann das „Whole Lotta Love“- Cover, einer der Identifikations-Songs von Led Zeppelin, die von nicht wenigen als größte und beste Rockband des Planeten ever geadelt wurden und heute noch werden. Einen besseren Einstieg in die folgende Rock-Disco kann man sich kaum wünschen.

Die gesamte Nacht dürfte die Anwesenden zwar nicht immer voll bedient, aber umfangreich zufriedengestellt haben. Mindestens das. Daumen auf elf Uhr.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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