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Druckvoll, frisch, dynamisch...
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...und selbst im Sitzen mit Bewegungsdrang: The Boss Hoss...
...und selbst im Sitzen mit Bewegungsdrang: The Boss Hoss...

...zu weilen als quirlige, gut gelaunte Rasselbande...
...zu weilen als quirlige, gut gelaunte Rasselbande...

...in der AWD Hall.
...in der AWD Hall.

The Boss-Hoss-Markenzeichen wie eh und je: Unterhemd und Cowboyhut
The Boss-Hoss-Markenzeichen wie eh und je: Unterhemd und Cowboyhut

26. Januar 2009

Sicherer Ritt von The Boss Hoss

3500 Besucher in der AWD Hall dabei

Es hätte insgesamt schlimmer kommen können und andererseits kaum besser hätte sein können, der Abend und das Konzert von The Boss Hoss am vergangenen Samstag in der AWD Hall Hannover. Die muntere Country-Gute-Laune-Rock-Band aus Berlin spielte für 3500 Besucher eine gut zweistündige Show von der allein die Zugaben rund 40 Minuten im Programm einnahmen.

Die doch recht große Publikums-Resonanz auf das Konzert im Vorfeld hätte man so nicht unbedingt erwarten können, zählen doch The Boss Hoss in Hannover schon längst zu den sehr regelmäßig erscheinenden Stammgästen auf hiesigen Bühnen. Da müssen nichteinmal ein bis zwei Jahre ins Land gehen, bis die Band im Capitol, auf dem Maschseefest, oder –wie jetzt in der AWD Hall- wieder in Hannover auftritt. Erst 2004 gegründet machten The Boss schnell ihren Weg, erspielten sich binnen kurzer Zeit sehr viele Fans. Die Shows machen in der Regel sehr viel Spaß, bieten für viele die ideale Gelegenheit, mal so richtig einen drauf zu machen und dabei zeigen sich einige Fans auch im eigenen Auftreten fest mit der Band verbunden: Zum Boss- Hoss-Konzert erscheint man im weißen ärmellosen Unterhemd und Cowboy-Hut.

Das schmeckt nach Kult und riecht nach der Gefahr mittelfristiger Abnutzung. Von Abnutzungserscheinungen ist bei der vielköpfigen Truppe um Hoss Power und Boss Burns heute Abend in Hannover aber weder etwas zu sehen noch zu hören. Um kurz nach 21 Uhr erscheint Hoss Power mit Akustik-Gitarre auf der Bühne, stimmt ein paar Takte solo an, bis dann plötzlich der große rote Vorhang fällt und die Band in voller Stärke versammelt mit Schmackes drauf los spielt. Vor der Bühne tanzen die ersten, weiter hinten wird sanft im Rhythmus geschunkelt, ähnlich im Timing wie hoch zu Ross sitzend, das seinen Reiter sicher über irgendeine weite Prärie bringt, hin zur nächsten Stadt, in den nächsten Saloon, wo dann der Barkeeper die Flasche Whiskey mit den Zähnen entkorkt. Auf ex runter mit der scharfen Brühe und den Staub aus der Kehle gespült.

Auf der vollbesetzten Tribüne der AWD Halle pflegen die Besucher eine eher zurückhaltende Körpersprache. Man sitzt, schaut und lauscht interessiert, die große Party steigt hier zunächst einmal nicht. Und dabei geben The Boss den 3500 viele Argumente, etwas mehr aus dem Quark zu kommen als es viele tun. Kernige Riffs, satte Beats, locker aus dem Ärmel geschüttelte Rock´n´Roll-und Country-Nummern, gut gewürzt mit Mandoline, Mundharmonika oder hier und da einem Waschbrett.

Und es herrscht Bewegung auf der Bühne. The Boss Hoss als cool rockende Rasselbande und das nach einer augenscheinlich harten Nacht im Raum Nürnberg/Fürth: „Wir haben uns gestern Abend rund um Nürnberg blind getrunken, wir sind gerade dabei uns wieder ein wenig zu erholen. Aber, hey, wir sind Profis und machen jetzt unser Ding Leute“ erklären die Frontleute, natürlich nuschelnd in breitem amerikanischem Slang-Englisch den Hannoveranern vor der Bühne. Mit fortschreitender Spieldauer kommen die auch immer mehr in Fahrt, ab und an erhebt man sich sogar auch mal von den Sitzplätzen auf der Tribüne während die eine Hälfte des Innenraums ein spitzes „Yi“ intoniert und die andere mit „haa!“ antwortet.

Die Show von The Boss Hoss in Hannover ist eine richtig runde Sache, ein frisches Konzert ohne all zu offenkundige trashige Klamauk Attitüde. Bei dieser Musik schmeckt vielen das Bier noch besser und es darf auch mal der ein oder andere Becher mehr sein, zu einer sinnfreien Sauforgie in dessen Verlauf völlig entrückt torkelnde, lallende und grölende Rockfans meist reiferer Jahrgänge zuweilen eine eher unangenehme „Party“-Atmosphäre schaffen, wie das schon mal öfters bei anderen Gelegenheiten in der Rock-Konzertszene Hannover zu beobachten ist, gerät der Abend heute in der AWD Hall nicht. Das werden viele als weiteren Pluspunkt des Boss-Hoss-Konzertes verbuchen.

Auch wenn die Luft in der Halle nicht gerade brennt, so ist die Stimmung im Publikum sehr gut. Man feiert stets fröhlich während Hoss Power, Boss Burns & Co. ihr Programm sicher nach Hause reiten.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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