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Enzo Briskorn wusste in der Warenannahme viel über die Ramones zu berichten...
Enzo Briskorn wusste in der Warenannahme viel über die Ramones zu berichten...

...und unterstrich das auch mit kräftigen Gesangseinlagen
...und unterstrich das auch mit kräftigen Gesangseinlagen

26. Januar 2009

Enzo Briskorn und die Ramones

Live-Punk-Lesung in der Warenannahme

Es ist erstaunlich, welchen hohen Wiedererkennungwert die Songs von den Ramones haben. Meist braucht es nur ein paar Töne und der Hörer weiß sofort, um welchen Song es sich handelt. „I wanna be sedated“, oder „The KKK took my baby away“, oder gar „Blitzkrieg Bop“, wahrscheinlich eins der meist gecoverten Lieder der Musikgeschichte. Das zeigt die Genialität dieser Band, die „20 Songs in 15 Minuten spielen konnte“, wie der Blondie-Bassist Gary Valentine einmal kommentierte.

Sänger und Autor Enzo Briskorn verbeugte sich am Freitagabend in der Warenannahme auf dem Faust-Gelände vor dieser Band. Er skizzierte in launigen Worten die Biografie der Ramones und spielte mit seiner eigenen Band immer wieder mal ein paar Songs der amerikanischen Band. Sein Kollege Jens Gallmeyer war krank geworden, deshalb sprang Lito Melone von der Ramones-Coverband The Melones ein. „Vor sechs Stunden wusste Lito noch nicht einmal von meiner Existenz und jetzt steht er hier schon auf der Bühne“, sagte Enzo.

Man könnte sagen, die Ramones spielten Punk bevor er von den Sex Pistols erfunden wurde. Ihre Karriere begann bereits 1974, als sie ihre ersten Auftritte im CBGBs feierten. Briskorn erzählte davon, wie sich die Urbesetzung der Band fand, Joey, Johnny, Dee Dee und Thommy, die sich bekannterweise alle den gleichen Nachnamen gaben, Ramone. Wie sie ihr Bühnenoutfit fand, Lederjacke, zerrissene Jeans und Turnschuhe und wie sie ihr Logo entwickelte, den Adler mit dem Baseballschläger und der „Hey Ho Let's Go“ Flagge.

Immer wieder streute Enzo Originalzitate der Bandmitglieder ein. „Wir waren 16 Jahre, wütend und gelangweilt. Um etwas Aufregendes zu erleben, zündeten wir Weihnachstbäume an“, sagte Bassist Dee Dee Ramone einmal. Und Johnny Ramone begründete seine Entscheidung, die billigste Gitarre im Laden zu kaufen mit den Worten: „Ich wollte eine Gitarre, die nicht alle haben.“ Eine Information, die erstaunt: In den 70'er Jahren herrschte vor den Auftritten der Ramones absolutes Drogenverbot, auch für die Roadies. Erst nach den Auftritten griffen die Musiker zu Alkohol und anderen Drogen.

Natürlich sind die Ramones eine dankbare Band, um mit ihrer Musik und ihrer Geschichte einen Abend lang zu unterhalten. Doch das soll nicht heißen, dass jeder x-beliebige auf der Bühne der Warenannahme hätte stehen können. Denn Enzo ist schon ein erfahrener Leser, der mit seiner markanten Stimme den Inhalt genau richtig zu transportieren wusste. Henning Chadde vom Faust-Organisationsteam kündigte an, dass von nun an regelmäßig Auftritte von Enzo Briskorn in der Warenannahme geplant seien. Wenn die immer so unterhaltsam sind, dürfte es sich lohnen, dort genauso regelmäßig vorbeizuschauen...

Fotos und Bericht: Tobias Lehmann

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