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Edler Auftritt: Mike Patton von Faith No More
Edler Auftritt: Mike Patton von Faith No More

Gogol Bordello...
Gogol Bordello...

...und Fans mit dem Blick durch magenta-farbene Brillen
...und Fans mit dem Blick durch magenta-farbene Brillen

23. Juni 2009

Nackte Springer und tolle Musik

Fast 60.000 beim Hurricane-Festival

Wieder einmal ein Erlebnis war das diesjährige Hurricane-Festival. Fast 60.000 Besucher feierten am Wochenende zu den Klängen von Nick Cave und seinen Bad Seeds, Nine Inch Nails, den Ärzten, Kraftwerk und Kings of Leon.

Auch wenn das Wetter, wie so oft bei diesem norddeutschen Festival, nicht immer mitspielte, der Stimmung auf dem Gelände tat dies keinen Abbruch. Ob nun direkt vor der Bühne oder sonst wo auf dem Eichenring, überall konnte man Menschen in manchmal imposanten, mitunter aber auch denkwürdigen Kostümen ausmachen: Da laufen einem dann schon mal fast nackte Männer in knappen Bikinis oder als Bären verkleidete Herren über den Weg – oder springen sogar nackt vom Bungeeturm. Manche Mädels standen ihren Begleitern ebenfalls in kaum etwas nach.

Aber auch die Musik hatte es an diesem Woche in sich: Am Sonntag sorgten Gogol Bordello schon am frühen Nachmittag für ausgelassene Tänze vor der Hauptbühne, am späten Abend standen Belafarinrod alias Die Ärzte auf der Bühne und zeigten, dass ihnen noch immer ordentlich der Schalk im Nacken sitzt. Bei ihrem Gig konnten die Bucher diesmal keine Sitz-sondern eine Hüpf-Laola ausprobieren. Fast gleichzeitig spielte Trent Reznor mit seinen Nine Inch Nails auf der zweiten großen Bühne und sorgte dort für ein schickes Industrial-Feuerwerk. Dabei fehlte eigentlich nur noch die richtige Dunkelheit, um den Spaß komplett zu machen.

Von der Dunkelheit hatten dafür Kraftwerk Freitagnacht genug – und benötigten sie auch. Einfache, aber wirkungsvolle Projektionen sorgten für staunende Gemüter. Allerdings konnten sich nicht alle von der Musik anstecken lassen: Für manche war der Sound der Klangpioniere dann doch etwas zu altbacken. Klar gibt es heute modernere und vielleicht auch innovativere Elektronikmusik – allerdings haben Kraftwerk schließlich erst zu deren Erfolg beigetragen. Kurz davor standen die Kings of Leon als Headliner auf der Hautbühne – und die Besucher konnten sich einmal mehr davon überzeugen, dass die Veranstalter bei der Auswahl der Bands immer ein sicheres Händchen bewiesen haben.

Auch Ausnahmemusiker wie Nick Cave sorgten für beste Stimmung. Den Vogel schoss allerdings Mike Patton mit seinen wiedervereinten Faith No More ab. Der Sänger, mit Anzug und Blume im Knopfloch, kam mit einem Stock auf die Bühne, auf den er sich gleich stützte. Dass er den allerdings nicht nötig hat zeigte danach das Donnerwetter, dass er mit seiner Band an den Tag legte. Der Stock allerdings überlebte diesen denkwürdigen, weil absolut toppen Auftritt allerdings nicht.

Mehr Bilder vom Hurricane findet ihr in der Bildergalerie

Fotos und Bericht: Daniel Junker

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