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Brillanter Sound, atemberaubende Lightshow beim Auftritt von Target:Blank
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Vanessa von Noch ne Band
Vanessa von Noch ne Band

Hier auf dem Lighthouse-Festival, nächsten Monat beim Shut Up & Play Fun-Festival: Alpha Academy
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Niko von IchKannFliegen hatte Zeit für Weltpremieren
Niko von IchKannFliegen hatte Zeit für Weltpremieren

16. März 2009

Viel Rock für Hannover

Bands + Biz beim Lighthouse-Festival

“Tu Gutes und sprich darüber”, ist so eine alte Weisheit, die sich –in erweiterter Form- auch zu „Arbeite lang und hart im Studio und zeig es dann auch“ entwickeln könnte.

Das Lighthouse-Festival am vergangenen Freitag im MusikZentrum war so eine Veranstaltung zum Präsentieren, Herzeigen und auch zum drüber Sprechen.

Das hannoversche Label Artist Station Records um deren Macher Martin Kleemann und Frank Bornemann hatte Vertreter aus der Plattenindustrie, Veranstalter, Tourneeagenturen, Promoter und Medienleute geladen, sich einige aktuelle Newcomer-Bands auf der Bühne anzuschauen, die –mit Ausnahme von Symphony Cult - aus dem Umfeld Horus Studio/Artist Station kommen. Die Zielsetzung solcher Showcase-Veranstaltungen liegt auf der Hand: Bands und Biz sollen über kurz oder lang in Kontakt kommen, im Idealfall eine erfolgreiche Zusammenarbeit anstreben und umsetzen.

Zu einer nüchternen Musikbiz-Veranstaltung gerät das Lighthouse-Festival aber nicht, die Show ist öffentlich und es sind von der einen oder anderen Band auch einige Fans und Freunde in der Halle. Ein munteres „Hallo“, gelöste und augenscheinlich gute Stimmung bei allen Beteiligten.

Musikalisch stehen die Zeichen am Freitagabend eindeutig auf Rock, Rock und nochmals Rock. Markige Gitarren –und Bassriffs, kraftvolles Schlagzeug, hier und da muskulöser Gesang - alles möglichst hart und fett. Mindestens Kontrust, Target:Blank und die als special guest aus London angereisten Symphony Cult hätten schon vor sieben oder acht Jahren mit ihrer Mischung, im Schwerpunkt bestehend aus Alternative Rock, Metal, Nu Rock und Crossover beeindruckt und hätten im Programm des längst nicht mehr existenten ehemaligen Rock-Kult-Radiosenders Project 89.0 mit ihrer Musik eine ausgezeichnete Figur gemacht.

Das junge deutsche Indie-Rock-Pop-Trio Noch ne Band wäre mit ihrem künstlerischen Output vor rund fünf oder sechs Jahren, als gerade die neue deutsche Rockwelle für Frische in der Musiklandschaft sorgte, ein interessanter Act mit Energie und Originalität gewesen.

Heute, im Jahr 2009 klingen diese Bands allesamt vertraut. Im Großen und Ganzen wandeln Kontrust, Target:Blank, Symphony Cult und Noch ne Band auf sicher gepflasterten, breit ausgebauten, gern und stark befahrenen Wegen mit geringer Unfallgefahr. Wer hier wirklich Neues sucht, wird auf den ersten Blick nicht fündig. Bei näherem Hinhören entdeckt man aber Nuancen, die jeder Band doch noch einen Hauch Individualität verleihen, seien es die afro-kubanischen, teils orientalisch anmutenden Klänge bei Kontrust, die Elektronik in Verbindung mit einer atemberaubenden Light-Show bei Target:Blank oder Arrangement-Feinheiten, Rhythmik-und Soundkniffe bei Noch ne Band, deren Sängerin und Bassistin Vanessa betont, dass sie für die Show in Hannover extra einen Rock angezogen hätte, sonst aber eher Hosen trage. Noch mehr Rock für Hannover an diesem Freitag im MusikZentrum geht kaum noch.

Spieltechnisch und von der musikalischen Qualität sind die Beiträge –von wenigen Ausnahmen abgesehen- auf professionellem Niveau. Dass im Einzelfall mal die Gesangstöne etwas arg schief liegen oder das Stage-Acting eine Spur zu schlapp oder eckig gerät, ist einigen der Newcomerbands wohl nachzusehen und stört wahrscheinlich höchstens einzelne eifrig auf der Empore und vor der Halle diskutierende Musikbiz-Leute, deren Mienenspiel im Laufe des Abends häufiger zwischen sonnig-erfreut und wie nach dem Biss in eine Zitronenscheibe wechselt.

Die stärkste Publikumsresonanz für ihre Auftritte erhalten die Göttinger Alpha Academy und die Hannoveraner IchKannFliegen. Deren Fans hatten den kürzesten Weg zum MusikZentrum und unterstützen ihre Lieblinge zuweilen mit kräftigem Beifall.

Auch wenn diese Bands die Musik ebenfalls nicht neu erfinden, schaffen sie sich mit doch etwas Abstand zu gängigen Vorbildern ihre eigene Nische. Während sich bei fast allen Bands Spielzeit und Umbauzeit bei jeweils rund 20-25 Minuten die Waage halten, dürfen IchKannFliegen als letzte Band des Abends deutlich länger ran und verhelfen bei dieser Gelegenheit einigen brandneuen Songs zu ihrer Live-Weltpremiere, wie es Leadsänger und Gitarrist Niko ankündigt.

Der Stimmung in der Halle tut die etwas längere Show der Hannoveraner keinen Abbruch – im Gegenteil: Man rückt nun immer näher zur Bühne, wippt, tanzt, singt mit oder lässt sich weiter hinten noch ein letztes (oder vorletztes) Getränk schmecken.

Man darf gespannt sein, wie erfolgreich die Newcomer in den nächsten Wochen sein werden und wo sich nach den Eindrücken des heutigen Konzertes ein viel versprechender Kontakt zwischen Bands und Biz entwickelt.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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KOMMENTARE zum Artikel:

 Hugo am 16.03.09, 12:52 Uhr
Schöner Bericht! Danke und Viele Grüße Hugo




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