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Energetischen Rock´n Roll mit Pun-Rock und Glam-Rock-Anleihen...
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gab es von The Matlocks ...
gab es von The Matlocks ...

...natürlich mit zwei Gitarren...
...natürlich mit zwei Gitarren...

...am Donnerstagabend im Rocker
...am Donnerstagabend im Rocker

10. Januar 2009

Pilsner Rock trotzt Eisglätte

The Matlocks spielten im Rocker

Die Medien überschlagen sich dieser Tage mit Meldungen und doppelseitigen Features über die aktuelle Wetterlage. Von der „Eiszeit in Deutschland“ ist die Rede oder von der „Kältekammer“. Wer nicht unbedingt muss, dem wird nahegelegt, nicht aus dem Haus zu gehen. In Hannover wurden Rufe nach dem Einsatz von Streusalz laut, denn besonders am Kröpcke, in der Georgstraße und rund um´s Steintor soll noch Mitte der Woche extreme Straßen-und Gehwegglätte geherrscht haben. Hier und da wurde eine Fortbewegung zu Fuß sogar als lebensgefährliches Unterfangen geschildert. Dazu die Minusgrade im nahezu zweistelligen Bereich.

Denkbar ungünstige Voraussetzungen für einen zahlreichen Publikumszuspruch am Donnerstagabend im Rocker, denn unter anderem Kröpcke und Steintor liegen ja in der unmittelbaren Umgebung und für einige auf dem Weg zum Club in der Reuterstraße. Die Straßen rund um den Hannover-Kiez sind leergefegt wie selten, kaum ein Mensch ist unterwegs. Die schwedische Glam-Rock / Rock´n Roll-Band The Matlocks hat trotz widriger Straßenverhältnisse und Witterungsbedinungen den Weg zum Rocker gefunden und präsentiert sich in bester Spiellaune. Die Laune bei den Anwesenden im Laden ist bei den melodiösen und knackigen Kick-Ass-Rock´n Roll-Songs alles andere als übel. Nicht ganz so oft erlebt man für kostenlosen Eintritt eine so hoch-professionell agierende Band die in puncto Sound, Show und Programm so gut wie gar keine Wünsche offenlässt. Hier stimmt alles, der Groove, die satten, erdigen und zugleich frischen Gitarrenriffs, Songs, die auf den Punkt kommen und schnell zum Kopfnicken verleiten.

Für Bands dieser Liga blättert man anderenorts schon mal zehn, zwölf oder mehr Euro an der Abendkasse hin, hier im Rocker gibt es die sympathische und gut aufgelegte Band für lau. Eigentlich unglaublich, was hier möglich gemacht wird. Das Publikum vor Ort weiß das augenscheinlich zu schätzen, auch wenn sich, trotz breit angelegter Promotion und lokaler Medienpräsenz, im ersten Set nur knapp zehn Leute im Club befinden. Der nominell schwache Besuch ist in diesem Zusammenhang ebenso unglaublich.

The Matlocks staren im Rocker ihre aktuelle Tour die die Jungs im Januar durch Deutschland und Holland führt. 2001 haben die Schweden begonnen, sich hier und da mal zu treffen, ein paar Songs zu proben, zu spielen und nebenbei Bier zu trinken. „Pilsner Rock“ nennen The Matlocks ihren Stil. Mehrfach prosten die Musiker den Hartgesottenen Rock´n Roll Fans im Laden zu. Eigentlich, so der Sänger, habe man erwartet, dass es in Deutschland wesentlich wärmer wäre als in Schweden, aber so ist es halt in Deutschland, in Hannover, Anfang Januar 2009. Im Februar kommt ein neues Album der Matlocks in den Handel, aber die Truppe sieht sich vor allem und in erster Line als Live-Band, anderenfalls wäre wohl die Platte vor der Tour erschienen um das Interesse an The Matlocks noch weiter zu schüren. Eigentlich ist so die Reihenfolge. So aber ist es ein Geheimtipp-Konzert von dem viele über die verschiedensten Medien im Vorfeld massiv informiert wurden, es dann aber dann doch vorzogen, nicht aus dem Haus zu gehen.

Die Neugierde, neue und unter internationalen Maßstäben qualitativ erstklassige Bands bei kostenlosem Eintritt kennen zu lernen, schien am Donnerstagabend in Hannover bei Fans von Musik, wie sie Acts wie Monster Magnet, Gluecifer, The Clash, Alice Cooper, Turbonegro oder Guns ´n Roses spielen, äußerst begrenzt, wenn nicht verkümmert zu sein.

Neu ist das Phänomen „Klasse- aber wenig bekannte Band vs. kaum Besucher zur Show“ natürlich nicht. Viele Veranstalter, Musiker und Clubs –nicht nur in Hannover- konnten das in den letzten Jahren mitunter schmerzlich erfahren. Der Großteil der Konzertgänger scheint weiterhin nach der etwas abgewandelten Volksweisheit zu leben „Was der Landwirt nicht kennt, verspeist er nicht“.

Andreas Haug Fotos: Oliver Kurtz

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