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30. August 2010
Mother Tongue und ihr Groove
Zeitreise in die späten Neunziger
So langsam füllte sich das MusikZentrum in der Hannoveraner Nordstadt. Eine wartende Meute schob sich gemächlich immer näher an die Bühne, und füllte die letzten Lücken. Alles wartete auf Mother Tongue. Eine Band, die sich über die vergangenen 20 Jahre mit einer prägnanten Spielart von groovendem Blues-Rock einen Namen gemacht hat.
Laute Gitarren erklangen, geführt von einem fast jazzigen Schlagzeugspiel. Nachdem einer nach dem Anderen, angeführt von dem Mann mit Hut, Leadsänger David „Davo“ Gould, gewohnt lässig, auf die Bühne geschlendert war. Ohne Vorgeplänkel und ohne Vorgruppe ging es direkt zur Sache. Mother Tongue taten das wofür sie schon so lange ihre Leben zu leben schienen. Live vor begeisterten Fans zu musizieren. In den Vergangenen Jahren war das keine Selbstverständlichkeit. Denn eigentlich war die Band auf unbestimmte Zeit im Ruhestand, auf Hiatus, wie man es im Business nennt.
Die Schaffenspause wurde erst im vergangenen Winter des letzten Jahres spontan aufgehoben, als die Band für ein zweitägiges Konzertwochenende nach Deutschland gereist war. Mother Tongue schienen schon immer einen guten Draht ins hiesige Land zu haben. Das beweisen sie auch momentan wieder, mit einer ausgedehnten Deutschland-Tour zum 20-jährigen Bestehen der Band.
Die Meute im Musikzentrum feierte die vier Musiker ausgiebig. Mother Tongue spielten als alleinige Band am Abend ein abendfüllendes Programm. Fast zwei Stunden lang schöpften sie aus den Vollen was ihre Diskographie an Hits und Fan-Lieblingen zu bieten hat. Bevor alle Beteiligten sichtlich glücklich und schweißgebadet den Saal verließen, spielte die Band eine 20- minütige Zugabe. Also ein gelungenes Wiedersehen mit einer der großen Bands im funkigen Alternative-Rock der 90er Jahre.
Fotos und Bericht: Matthias Roman Schneider
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