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Sänger, Frontmann und Zeremonienmeister bei Schandmaul: Thomas Lindener
Sänger, Frontmann und Zeremonienmeister bei Schandmaul: Thomas Lindener

Ein neues Gesicht: Ally vertritt derzeit die etatmäßige Schandmaul-Geigerin Anna Katharina
Ein neues Gesicht: Ally vertritt derzeit die etatmäßige Schandmaul-Geigerin Anna Katharina

Für fröhliche musikalische Fabtupfer sorgte einmal mehr Birgit mit ihren verschiedenen Instrumenten wie hier einer Sackpfeife
Für fröhliche musikalische Fabtupfer sorgte einmal mehr Birgit mit ihren verschiedenen Instrumenten wie hier einer Sackpfeife

28. Januar 2012

Winken, klatschen, tanzen, singen

Schandmaul begeisterten im Capitol

Die Atmosphäre, die Stimmung, der Sound und die Lichtshow im Capitol sind am heutigen Dienstagabend schon außergewöhnlich. Die Münchner Mittelalter-Folk-Rock-Band Schandmaul besucht zum zweiten Teil ihrer „Traumtänzer“-Tour auch Hannover und fährt vor rund 1300 Fans erstmal kräftig an Technik auf.

Der Aufwand hat sich gelohnt, das Lichtdesign ist großartig und sehr fein und geschmackvoll auf die Musik und die sechs, zeitweise sieben Protagonisten auf der Bühne abstimmt. Auch der Ton ist sauber und differenziert, nicht zu laut und nicht zu leise.

Schandmaul nehmen die entspannt und freundlich Feiernden auf eine fast zweistündige Reise, dorthin wo auch die Traumtänzer anzutreffen sind. Zu hören gibt es viele Songs aus dem gleichnamigen Album, aber auch jede Menge „olle Kamellen“ wie es Sänger Thomas Lindner zu Beginn ankündigt und damit natürlich ältere Songs der 1998 gegründeten Band meint.

Lindner ist ein unterhaltsamer Entertainer, der den 1300 auch die ein oder andere Anekdote an die Hand gibt oder das Publikum unten im Saal und oben auf dem fast komplett gefüllten Balkon in lustige Winkespielchen einbindet.Thomas Lindener ist der Zeremonienmeister, wenn mit beiden Armen zum dezenten Beat der Bassdrum rhythmisch hin-und hergerudert wird, abrupt auf Ansage abgestoppt und verharrt werden muss oder man, auf der höchsten Stufe der Begeisterung, gar zum Zombie wird.

Auf Kommando solle man mit dem Gewinke aufhören, beide Arme nach vorn strecken und dem Vordermann „die Kehle herausreißen“, wie es Lindner martialisch ausdrückt. Hannover wird hier „verzombiet“, wie es heißt. Es hat klappt, es hat macht Spaß und niemand nimmt Schaden.

Im Mittelpunkt steht heute Abend aber eindeutig die Musik. Zum stimmungs-und schwungvollen melodischen Folk-Rock wird über weite Strecken getanzt, gehüpft und mitgeklatscht. Zwischen den Stücken bei denen neben dem Rockbasis-Instrumentarium auch Violine, Akkordeon, diverse Flöten und Sackpfeife zum Einsatz kommen, skandiert das Publikum begeistert „Schandmaul, Schandmaul“, so, wie man das sonst im Fußballstadion hört, wenn Fußballmannschaften angefeuert werden.

Das passt hier nicht ganz zur Szenerie, denn Schandmaul spielen hier keinen Stadion-Hymnen-Mitgröhl-Rock, sondern sehr feinfühlig instrumentierten abwechslungsreichen Folk und das auf musikalisch und vor allem spieltechnisch sehr hohem Niveau.

Wenn sich die Band stilistisch mal nicht im Mittelalter-Folk-Rock bewegt, dann finden zuweilen südamerikanisch oder auch osteuropäisch angehauchte Klänge und Rhythmen Platz im Programm. Die filigrane Leichtigkeit mit der die Musikerinnen und Musiker ihre Songs spielen, nimmt die Zuhörer mit und sorgt für eine locker-entspannte Konzertatmosphäre.

Um kurz vor 23.00 Uhr und nach mehreren Zugaben verabschieden sich Schandmaul mit einer langen Verbeugung und unter lang anhaltendem Applaus von ihrem Publikum. Man kann es an den Gesichtern der Bandmitglieder und an denen der Besucher ablesen, dass es ein rundum gelungener, schöner Donnerstagabend war hier im Capitol.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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KOMMENTARE zum Artikel:

 Hansi am 28.01.12, 12:53 Uhr
Also ich fand die "Lichtshow" nervig. Man wurde dauernd nur geblendet...




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