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25. Januar 2012
Bemerkenswerte Klanggewitter
The Intersphere & Co. spielten im BCH
Aus den Boxen pfeffert eine derbe Klangattacke, die Gitarren sind mit Effekten verfremdet. Dann durchbricht eine grell brüllende Stimme die quietschenden Gitarren- und Bassläufe: Gleich zu Beginn ihres Auftritts im Béi Chéz Heinz hat die Band PIN.head am Montagabend klargemacht, dass gradliniges und schnörkelloses Songwriting so gar nicht ihr Ding ist – im Gegenteil: Manchmal zerstörten die vier jungen Herren ihre Songs geradewegs auf der Bühne, um sie dann mit viel Gespür für Details wieder aus der selbst auferlegten Asche zu heben.
Dass PIN.head am Montag das erste Mal in dieser Form auf der Bühne standen war der Band zu keiner Sekunde anzumerken. Zu ausgefeilt waren die Songstrukturen, die Musiker wirkten zu jeder Sekunde aufeinander abgestimmt. Nicht selten erinnerte die Musik dabei an Tool, obwohl PIN.head sich wesentlich mehr am Metal labten als die Illustren Herren aus Los Angeles.
Die oft immens vertrackten Titel setzten bewusst auf Atmosphäre – und hatten auch ihren ureigenen Charakter: Nicht, dass jetzt gleich wieder jemand lauthals „Plagiat“ in die Runde ruft. Als Kopisten sollte man PIN.head sicherlich nicht betiteln.
Dass die Hannoveraner derartig eingespielt wirkte dürfte auch daran gelegen haben dass die Jungs schon in anderen Bands ihre musikalischen Sporen verdient haben.
Als Hauptact schlugen The Intersphere anschließend in eine ganz ähnliche Kerbe. Allerdings schielten hier trotz zahlreicher Krach-Elemente eher eingängigere Klänge durch. Häufig war aus den Titeln sogar eine dezente Spur Pop heraus zuhören. Allerdings galt hier ähnliches wie bei PIN.head: Mit kräftigen Schlagzeug- und fetten Gitarrenattacken zerlegten die Mannheimer die Titel schnell wieder in ihre Einzelteile.
Insgesamt gaben sich The Intersphere allerdings wesentlich zugänglich und handzahmer, soweit man das von dieser Art der Musik überhaupt behaupten kann. Denn auch wenn im vorangegangenen Absatz das Wörtchen Pop bediente wurde, kannte man bei der Musik von The Intersphere ebenfalls keineswegs von abgedroschenen Chartstürmern sprechen.
Verquere musikalische Ausbrüche bestimmten auch hier das Bild auf der Bühne, und die energiegeladene, vor Spielfreude sprühende Bühnenshow der Band tat hier ebenfalls ihr übriges. Christoph Hessler überließ das Brüllen allerdings lieber seinen Vorgängern auf der Bühne. Neben älteren Titeln präsentierten The Intersphere am Montag ihr gerade erst erschienenes neues Album „Hold on, Liberty!“.
Die Hannoveraner von A Kew's Tag eröffneten den Abend wesentlich ruhiger und setzen eher auf leise Passagen, die ab und an sogar mit jazzigen Elementen aufwarteten. Danach ging es im Béi Chéz Heinz allerdings wesentlich stürmischer zu. Wer auf vetrackte, intelligent komponierte Rockmusik steht, dem dürfte dieser Abend auf jeden Fall außerordentlich gut gefallen haben.
Fotos und Bericht: Daniel Junker
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