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23. November 2009
Tausendfaches „Danke“
Die MIT-18-Jubiläumsshow im Capitol
23 Jahre Westernhagen-Tribute mit der hannoverschen Band MIT 18. Eine lange und ereignisreiche Zeit liegen hinter Frontmann und Bandleader Gerd Hoevel und seinen vielen musikalischen Mitstreitern, die im letzten, beinahe Vierteljahrhundert ihr Publikum mit Westernhagen-Hits begeisterten.
Am heutigen Freitagabend steht das 1000.Konzert von MIT 18 an, einen besseren Rahmen als ihn der hannoversche Traditionsclub Capitol bietet, hätten sich Fans und Band kaum wünschen können. Schon in der Anfangsphase von MIT 18 sind am Schwarzen Bären manch heiße Westerhagen-Tribute-Shows über die Bühne gegangen. Es mögen heute auch schätzungsweise um die 1000 Besucher sein, die mit Spannung und Vorfreude auf das Jubiläumskonzert warten.
Bis Gerd und seine Band die Bühne betreten wird das Publikum von der bekannten Burgdorfer Band Engelhai eingestimmt. Die gewohnt schwer rollenden Rockgrooves Marke Engelhai, bringen die ersten zum Wippen und damit zur Auflockerung der Beinmuskulatur, damit es im weiteren Verlauf des Abends –gut aufgewärmt- tänzerisch ordentlich zur Sache gehen kann. Sunny Reuter, über Jahre eine Hälfte des explosiven Frontfrauen-Doppels bei der Band Muff, ist seit geraumer Zeit Lead-Sängerin bei Engelhai und legt sich entsprechend energisch ins Zeug. Sie gibt die unbändige Rock-Röhre, zuweilen auch, wenn es in höhere Gesangspassagen geht, die Sirene.
Zu diesem Zeitpunkt fliegen zeitweise Töne durch den Saal, die Gläser springen lassen könnten. Gut, dass die Getränke in Plastikbechern ausgeschenkt werden. Sunny hat heute den längsten Rock´n´Roll Arbeitstag von allen auf der Bühne Beteiligten, gemeinsam mit Andrea Schwarz ist sie zugleich Backgroundsängerin bei MIT 18.
Als dann MIT 18 die Bühne unter den feierlichen Klängen ihres Intros betreten, brandet lauter Jubel los. Ein lautes „Peng“ knallt durchs Capitol – Gerd Hoevel feuert eine Ladung Party-Lammetta in die Menge, zum Opener „Ladykiller“ sind Band und Publikum dann vom ersten Akkord in der Spur. Gerd führt elegant als Rock´n´Roll Gentleman durchs Programm, schüttelt -stimmlich gut in Form- gewohnt lässig die Westerhagen-Hits aus dem Ärmel, während seine Band rund läuft wie ein Uhrwerk.
Ob Balladen relativ neueren Datums wie „Ich bin wieder hier“ oder zum Teil 30 Jahre alte Abgeh-Party-Rocker wie „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“, „Sexy“ oder dem Bandnamensgeber, dem Song „Mit 18“: die Fans feiern ausgelassen oder schwelgen schunkelnd und kuschelnd in Jugenderinnerungen. Marius Müller Westerhagen, in einigen Mitteilungen als „Stargast des Abends“ angekündigt, ist auf der Bühne nicht zu sehen, wohl aber Radio-Institution ffn Morgenmän Franky, der sich beim einst skandalumwitterten Westernhagen Song „Dicke“ als Special-Guest-Sänger einreiht und dabei eine gesanglich gute Figur macht. Eine echte „Type“ eben, der sich im Anschluss verdienten Applaus abholt.
Es ist ein bewegender Abend, ein bewegendes Konzert. Nicht zuletzt deshalb, weil viele im Capitol das mulmige Gefühl in sich tragen, dass diese 1000.Mit-18-Show vielleicht auch die letzte sein könnte. Vor kurzem ist bekannt geworden, dass Gerd Hoevel unheilbar an Krebs erkrankt ist, dass sämtliche Konzertplanungen der Band „auf Eis“ gelegt seien. Trübsal zu blasen, sei der falsche Weg, hatte Gerd noch vor dem Konzert geäußert. Sein 1000.Konzert scheint der Sänger hier im Capitol richtig zu genießen, heute geht es um Spaß, darum, ausgelassen zu feiern, in Sachen Live-Rock´n´Roll alles rauszuhauen was geht und „Danke“ zu sagen für 23 Jahre MIT 18, für 1000 Konzerte, für das Mitwirken vieler Musiker und die Unterstützung der Fans.
Dieses „Danke“ kommt heute mehr als tausendmal zurück, auch lange nach der Show. Gerichtet an MIT 18 und ganz besonders an Gerd Hoevel.
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Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug
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