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Benny von Fat Belly...
Benny von Fat Belly...

...musste und wollte sich im sehr gut gefüllten, neuerdings sehr großen Saal des Béi Chéz Heinz den ein oder anderen Überblick verschaffen
...musste und wollte sich im sehr gut gefüllten, neuerdings sehr großen Saal des Béi Chéz Heinz den ein oder anderen Überblick verschaffen

Spaß auf Position Bühne links: Bassist Honka und Gitarrist Tobi
Spaß auf Position Bühne links: Bassist Honka und Gitarrist Tobi

Hannover-Punk-Rock-Cross-Promotion beim Die Fette Caroline Kann Fliegen-Konzert: Fat Belly Gitarrist Stephan stellt in diffusem Licht einen IchKannFliegen Aufkleber zur Schau...
Hannover-Punk-Rock-Cross-Promotion beim "Die Fette Caroline Kann Fliegen"-Konzert: Fat Belly Gitarrist Stephan stellt in diffusem Licht einen IchKannFliegen Aufkleber zur Schau...

14. Dezember 2009

Große Gigs im großen Heinz

Fat Belly & Co. räumten heftig ab

Es war eine große Party mit großer, nachhaltiger Wirkung, das „Die Fette Caroline Kann Fliegen“-Konzert am Freitagabend im sehr gut gefüllten, „neuen“ großen Saal des Béi Chéz Heinz. Auch ohne den Auftritt der Initiatoren von C For Caroline. Die Bandmitglieder waren aber vor Ort und kümmerten sich um die Organisation der gesamten Veranstaltung, was sehr gut gelang. Es gab keine wirklichen Zeitverzögerungen, am Einlass lief es reibungslos und an der Getränketheke wurde man fix und freundlich bedient.

Fat Belly nahmen dieses Konzert zum Anlass, ihr Debütalbum „Turn The Amplifiers On (Alter)!“ im Rahmen einer 60-minütigen, temporeichen, fröhlichen und schweißtreibenden Show live zu präsentieren. Die zahlreichen Fans der Band drängten sich vor der Bühne und kamen schon nach den ersten Takten des Openers „1st Song“ ordentlich in Bewegung. Der „Circle Pit“ war schnell eröffnet, vor und auf der Bühne wurde ausgelassen gefeiert. Dass Teile der Bühne, wenn nicht in fast völliger Dunkelheit, in äußerst diffuses Licht getaucht waren, so etwas wie eine Lichtshow mangels Lichtmann/frau nicht stattfand und zeitweise Lautsprecher der P.A. vorübergehend ihren Dienst verweigerten, tat der ausgelassenen Stimmung im Club jedoch keinen Abbruch.

Es war die große Party unter Freunden mit vielen befreundeten Musikern, die beim Fat Belly-Set, fast schon in Tradition früherer Sessions, über die Bühne ging. Man feierte bei dieser Veranstaltung gemeinsam und nicht nebeneinander her. Zu „Big In Japan“ wird den „Belly-Gitarristen“ Stephan und Tobi eine kurze Verschnaufpause gegönnt, die in Hannover populären, gestandenen und immer noch vor Spielfreude –und kraft strotzenden Rock´n´Roll-Haudegen Jenzzz Gallemeyer und Andreas Mertens zelebrierten ein amtliches Punk-Rock-Gitarrenfeuerwerk. Im Zugabenteil war dann zum inoffiziellen Fat-Belly-Mega-Hit „Hannover“ kein Halten mehr. IchKannFliegen-Sänger Niko übernahm die Rolle des singenden Vorturners während Belly-Sänger Benny das lauthals mitsingende Publikum zu Höchstleistungen antrieb.

Eröffnet hatten den Abend die Herren von She Wants Chaos, die darauf folgenden See You Next Tuesday ritten eine heftige Punk-Rock-Attacke und gaben ihrer wilden und bunten Show noch eine kräftige Prise Hardcore bei. Bemerkenswert die „Ich- schüttle- mein- Haar-für-euch-Performance“ von Leadsänger und Bassist Steffen. Des öfteren bestieg er die Abdeckung ein Verstärker-Kiste am Bühnenrand, Distanz Kopf zur steinernen Clubdecke: maximal 1,7 Zentimeter. Sensiblen Beobachtern wurde angst und bange. Aber statt einer Platzwunde oder Beule gab es später die Erklärung vom Künstler persönlich: „Wir haben in diesem Jahr so viele Shows gespielt, ich habe das immer im Griff, da passiert nix“, sagte Steffen.

Alles andere als einen gebrauchten Tag erwischt hatten IchKannFliegen. Ihre Show geriet zu einer, wie man im Szenejargon sagen würde, „chefmäßigen Angelegenheit. Das deutschsprachige Popmusik so heftig rocken kann, erlebt man nicht alle Tage und auch die vielen absolut textsicheren weiblichen Fans im Béi Chéz Heinz gaben beim Mitsingen alles.

Wer länger nicht im Club in der Liepmannstraße war, kam zunächst einmal ins Staunen. Ein weiterer Umbau war vollzogen worden. Die große Bühne steht nun, vom Eingang aus gesehen, an der linken Seite des großen, mittlerweile sehr groß und breit wirkenden Saals. Aber nicht nur das war neu. Auch die sehr interessanten und unterschiedlichsten Klangeindrücke während der Gigs sorgten für Gesprächsstoff. Unmittelbar vor und seitlich von der Bühne genoss man einen lauten, druckvollen und transparenten Sound. Schon wenige Meter weiter hinten, auf der Höhe der ersten Tür zum Raucherbereich, schien ein imaginärer Filter vieles an Tönen und Frequenzen zu verschlucken, so, als würde man eine dicke Wolldecke über die heimischen Hifi-Boxen werfen, noch weiter hinten, am Getränkethesen konnte man das Live-Konzert nur noch erahnen und auch in Höhe des Regiebereichs, dort wo der Tonmann seinen Dienst tut, kamen nur noch akustische Restsignale, aber nicht mehr wirklich Musik an. Woran das gelegen haben mag, darüber werden sich möglicherweise noch Fachleute den Kopf zerbrechen.

Zwei Vorteile hatte das Ganze aber wenigstens. Getränkebestellungen und Unterhaltungen waren im hinteren Bereich des Saals problemlos möglich, ohne dass man seine Stimme erheben musste. Mal was anderes.

Nach dem Konzert legte DJ Goodnews noch bis nach 5 Uhr früh Indie-, Punk und Alternative-Rock auf. Dass hier nur wenig Konditionsschwache vor Ort waren, zeigte sich am okayen Betrieb am Tresen und dem munteren Treiben auf der Tanzfläche.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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