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09. März 2010
Frickeliges Fest für mehr als 400
Rage brillant im MusikZentrum
Wer dem Musikstil Metal und seinen verschiedenen Sub-Genres bislang einen gewissen Stumpfsinn nachsagte, wurde am Sonntagabend im MusikZentrum eines Besseren belehrt.
Die Band Rage spielte vor mehr als 400 Besuchern ein abwechslungsreiches, druckvolles und technisch brillantes Konzert und dürfte zu den vielen eingeschworenen Fans, die dieser Hannover-Show beiwohnten noch zahlreiche neue Anhänger dazugewonnen haben.
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Nachdem zwei support Bands, darunter Jaded Heart, das Publikum aufgewärmt bis aufgeheizt hatten, betreten gegen 22 Uhr die drei Rage-Musiker, Sänger und Bassist Peter“Peavey“ Wagner, Gitarrist Victor Smolski und der wenig später hinter einem bemerkenswert monströsen Drumset thronende Schlagzeuger André Hilgers unter frenetischem Beifall die Bühne. Die Erwartungshaltung im MusikZentrum groß und wird auch in der Folge alles andere als enttäuscht.
Rage liefern eine hochenergetische, dynamische und farbenprächtige Metal-Show, die zum einen Spaß macht, für viel Stimmung in der Halle sorgt und für die Anwesenden, die die Band heute zum ersten Mal live erleben so manch positive Überraschung bereit hält.Rage strikt auf einen Metal-Stil festzulegen erscheint nicht möglich, die Band bewegt sich souverän in verschiedenen Spielarten und schafft Verknüpfungen, deren Ergebnis letztlich der typische unverkennbare Rage-Stil ist. Hochmelodiöse, beinahe verträumte epische Parts wechseln mit knallharten, akzentuierten Hochdrucksound.
Schönes Metal-Geballer mit dennoch klaren Songstrukturen und zahlreichen griffigen Hooks. Mal geht die Band straight rockend zur Sache, dann folgen trickreiche Knüppel- Grooves und manchmal wird´s auch mal eine Spur bombastisch und frickelig. Dann zeigen die Musiker, allen voran der famos aufspielende Gitarrist Victor Smolski ihr hohes musikalisches und technisches Können, ohne dass es sinnfrei orgiastisch wirkt.
Der Rage-Stil wirkt wie eine Mischung aus 80er-Heavy-Metal, Power-Metal und Progressive-Metal. Trotz ihrer langjährigen Tradition (Die Ursprünge der Band reichen bis in das Jahr 1984 –d.Verf.) agiert die Band frisch, ihr Sound ist einerseits old-school, irgendwie aber auch modern. Wer sonst so unterschiedliche Bands wie etwa Van Halen, Rage Against The Machine oder Dream Theater zu seinen Favoriten zählt, wird auch mit Rage vortrefflich unterhalten oder-wenn man es so ausdrücken will- erstklassig bedient.
Die Stimmung unter den mehr als 400 im MusikZentrum ist an diesem Sonntagabend mit „großartig“ nur im Ansatz beschrieben. Nicht ganz so oft erlebt man hier bei Konzerten ein so lautstark und enthusiastisch feierndes Publikum, das des Öfteren fast geschlossen die Hände zum Mitklatschen hebt, mitsingt und die Drei von Rage immer und immer wieder anfeuert. Unterm Strich: Sympathisch, bärenstark und nicht nur was für Metal-Fans.
Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug
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