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Planet Emily, hier Lead-Sängerin und Frontfrau Caro, spielten im Béi Chéz Heinz
Planet Emily, hier Lead-Sängerin und Frontfrau Caro, spielten im Béi Chéz Heinz

Ständiger Aktivposten: Schlagzeugerin und Energiebündel Daniela
Ständiger Aktivposten: Schlagzeugerin und Energiebündel Daniela

Standen ihren Kolleginnen auf der Bühne im BCH in nichts nach: Bassist Timo...
Standen ihren Kolleginnen auf der Bühne im BCH in nichts nach: Bassist Timo...

...und Gitarrist Lennart schienen ebenfalls vor Spielfreude zu sprühen
...und Gitarrist Lennart schienen ebenfalls vor Spielfreude zu sprühen

02. März 2010

Mehr als nur ein One Night Stand

Planet Emily begeisterten im BCH

„Ist es wirklich nur ein One Night Stand, oder ist es doch ´n bisschen mehr?“, fragt die aus dem Raum Hameln und Hannover stammende Band Planet Emily in ihrem als Single veröffentlichten Song „One Night Stand“. Nimmt man die vielen Eindrücke des Planet-Emily-Konzertes am letzten Sonntagabend im Béi Chéz Heinz zum Maßstab, steht auch am Montagmorgen – nach „ner Nacht drüber schlafen“- fest, dass dieses Konzert sicher nicht die einzige Begegnung der Besucher mit der jungen Band gewesen ist und Planet Emily alles andere als eine Eintagsfliege ist.

Trotz nicht ganz idealer, zum Teil gar wetterwidriger Umstände (Sonntagabend, es regnete, Sturmtief Xynthia wütete durch Hannover), fanden fast 100 Besucher den Weg ins Béi Chéz Heinz und bekamen weit mehr geboten, als man für den symbolischen Eintrittspreis von 4 Euro hätte erwarten können.Bevor die beiden Damen und die beiden Herrn von Planet Emily die Bühne entern, unterhält die hannoversche Band Stephan Glont mehr als nur passabel. Deutschsprachige Rockmusik mit leichtem Indie-/Alternative-Einschlag und einem Sänger mit markanter Stimme. Der Einstieg in den Abend ist gelungen. Vergleiche zu populären Bands? Schwieriges Thema: Zuweilen hat die Musik vom Gefühl, von der Atmosphäre eine gewisse Nähe zu Bands wie etwa Kettcar, was nicht zuletzt an der Stimmfarbe und dem Gesangstil von Lead-Vokalist Stephan Krusch liegt. Das ist aber nur eine Facette im Sound von Stephan Glont, die ein durchweg rundes Set abliefern.

Für Planet Emily ist dieser Gig quasi der Hannover-Nachholtermin für das am 26.Dezember letzten Jahres ausgefallene Konzert im Sturgis. Da das Sturgis bereits Anfang Januar, sehr zur Unfreude vieler hannoversche Live-Musik-Gänger und Bands, seine Tore schloss wurde die heutige Show kurzerhand im Béi Chéz Heinz angesetzt.

Es bedarf keiner spürbaren Anlaufzeit, da ist das Publikum direkt vor der Bühne und verfolgt aufmerksam die sehr lebendige Show des Rock-Pop-Quartetts. Einige Besucher erweisen sich beim Mitsingen schon als ziemlich textsicher.

Das Konzert von Planet Emily als solide Darbietung zu bezeichnen wäre ein großes Stück weit untertrieben. Mag man auf den ersten und zweiten Höreindruck der MySpace-Aufnahmen noch schlussfolgern, dass die Band das musikalische Rad auch nicht neu erfindet, sondern eher versucht, am deutschen Musikmarkt noch ein Stück von dem Kuchen zu ergattern, den Acts wie Silbermond, Christina Stürmer oder Revolverheld schon zum großen Teil verspeist haben, wird bei der heutigen Live-Show im Béi Chéz Heinz schnell deutlich, dass Planet Emily mittlerweile ein eigenes markantes und sehr sympathisches Profil einer authentischen Band entwickelt hat. Hier scheint das Bandgefüge zu stimmen, die beiden Musikerinnen und die beiden Musiker scheinen sichtlich Spaß am Konzert zu haben. Dieser Spaß springt dann auch schnell wie der berühmte Funke auf die Besucher über.

Dort wo bei anderen Newcomerbands schon mal eine deutlich sicht-und hörbare Qualitätslücke zwischen hochpolierter Studioproduktion und Live-Umsetzung klafft, steht bei Planet Emily ein rundum überzeugendes Live-Erlebnis.

Sängerin Caro, Gitarrist Lennart, Bassist Timo und Schlagzeugerin Daniela spielen ihre Songs hier im Béi Chéz Heinz mit einer sehr guten Portion Druck und Energie, zuweilen mischt die Band ihrem Power-Pop-Rock noch einen Schuss Punk-Rock hinzu. Besonders wenn Schlagzeugerin Daniela mit ihrem straighten und munterem High-Energy-Drumming loslegt, kommt einem schon mal der alte Ramones-Schlachtruf „Hey Ho, Let´s Go“ in den Sinn. Das wirkt hier alles, auch wenn es abgedroschen klingen mag, sehr frisch und unverbraucht. Jedoch nicht jung, wild und ungestüm. Planet Emily scheinen derzeit auf der Bühne genau den gesunden Mittelweg zwischen ungezügeltem und abgeklärtem Rocken zu beschreiten.

Darüber hinaus hat die Band Songs auf ihrer Setlist von der einige verdammt hitverdächtig sind. Ob nun der Titeltrack des Debütalbums „10.000 Volt“, „Wunderjahre“, „One Night Stand“, „No.1“ oder die neue Single, das balladeske „Atme Aus“ – das kann man sich alles sehr gut im Radio und auch auf den größeren Bühnen des Landes vorstellen.

Im Zugabenteil wird gar ein Circle-Pit vor der Bühne eröffnet, es wird getanzt wie man es sonst eher von Punk-Rock oder Ska-Punk-Konzerten kennt. Was will der Musikfan, der speziell auf die Karte Live-Konzert setzt da noch mehr? Wahrscheinlich eine baldige Wiederholung einer Planet-Emily-Show wie dieser.

Andreas Haug Fotos: Brigitte Haug

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