Meinungen zum Fährmannsfest 2002
Das sagen die Besucher...
Im Vorfeld des diesjährigen Fährmannsfestes gab es durchaus kontroverse Diskussionen.
Von Kommerzialisierung war die Rede, die Erhebung eines Eintrittsgeldes von 2,50 Euro wurde (aus Prinzip ?) von einigen abgelehnt. Spielten früher überwiegend lokale (Nachwuchs-)bands aus der Region sind in diesem Jahr auch deutschlandweit bzw. international renommierte sowie zugkräftige Bands wie die 2002er-Shooting-Stars Beatsteaks oder Man am Start.
Wie gefällt den Besuchern anno 2002 die Veranstaltung am Ihmeufer in Hannover-Linden, das Fest mit tief verwurzelter alternativer Tradition ?
Rockszene.de Mitarbeiterin Frauke Rauner hat sich am Freitag, 23.8. unters Volk gemischt und sich umgehört:
Christof (40 Jahre):
Es ist ja eine Verpflichtung als Bewohner der Calenberger Neustadt hier aufzukreuzen. Die 2,50 Euro für vier Bands sind angebracht, schließlich spielt auch Man, eine der Kultbands von damals. Ich hab früher auch oft hier gespielt und diese Initiative „Bunt statt Braun“ mitorganisiert. Somit ist es auch geradezu eine Pflicht hier zu sein. Am Sonntag werde ich bestimmt noch einmal vorbeischauen. Ist ja schön hier, auf der Wiese zu sitzen und Bier zu trinken.
Marco (33 Jahre), Jennifer (28 Jahre) und Jim (1 Jahr und 11 Monate):
Das Fährmannsfest hat uns über die ganzen Jahre gefallen. Ja, früher gab es mehr Spielmöglichkeiten für Kinder. Das war schöner, denn schließlich bietet es sich ja an, hier mit Kind herzukommen, auf der Wiese zu sitzen und ein wenig der Musik zu lauschen. Das Flair war auch kultiger früher. Die 2,50 Euro Eintrittspreis hingegen sind okay. Irgendwie muss ein solches Festival ja finanziert werden. Wir werden aber nur heute hier sein und wollen auf jeden Fall noch die Band „Riders On The Storm“ sehen.
Franz (48 Jahre, Dozent) und Horst (60 Jahre, Lehrer):
Die 2,50 Euro Eintritt haben wir bezahlt, um uns eine Falaffel zu kaufen. Nein, nein, der Preis ist schon in Ordnung. Wir kennen das Festival schon seit vielen Jahren und als Liebhaber von Linden muss man natürlich hier sein. Wir wohnten zu Studentenzeiten hier. Das multikulturelle Leben ist immer wieder ein Reiz. Viele verschiedene Leute haben sich hier wieder einmal versammelt, das ist spannend. Außerdem war in Davenstedt, wo wir jetzt wohnen, heute Feuerwehrsfest und da sind wir doch lieber zum Fährmannsfest gekommen. Gespannt sind wir auf die Krächzis. Die sollen ja angeblich ältere Sachen wie die Stones usw. covern und das ist natürlich unsere Musikrichtung.
Claudia (43 Jahre, Sachbearbeiterin) und Sandra (28 Jahre, Industriekauffrau):
Wir sind zufällig hier vorbeigekommen, haben Musik gehört und uns gedacht, dass wir uns das mal aus der Entfernung anschauen. Die Stimmung ist ja ganz nett dort, aber rein wollen wir nicht, denn da muss man den Hund an die Leine nehmen. Und Getränke haben wir eh mit, somit machen wir uns das hier hinterm Zaun gemütlich und von der Musik bekommen wir ja alles mit. Für ein solches Festival Eintrittsgeld zu bezahlen ist schon in Ordnung, aber es geht ja auch ohne, wie man sieht.
Enno (37 Jahre, Zahnarzt):
Es ist ein Zeichen der Zeit, dass auch das Fährmannsfest der Kommerzialität unterliegt. Und das verstehe ich als nichts Negatives. Früher war soetwas eben umsonst und draußen. Heute ist das anders. Das ist okay, denn schließlich muss das Fest finanziert werden und das geschieht eben über die Einnahme von Eintrittsgeldern und auch über die Präsentation von Sponsoren u.a. auch Radiosendern wie Radio 21. Ich bin früher als Student oft beim Fährmannsfest gewesen und komme auch heute noch für 2,50 Euro hierher. Ein besonderer Reiz war natürlich auch die Band „Riders On The Storm“ zu sehen, auf die ich mich als Doors-Liebhaber sehr freue. Dass diesmal auch bekanntere Bands wie Man oder Beatsteaks spielen, ist natürlich ein weiterer Anlass Eintritt zu nehmen, denn die verlangen mit Recht eine gewisse Gage. Es wird sicher wieder ein schönes Festival werden.
Michael (19 Jahre, Zivi, seit 3 Wochen in Hannover wohnhaft) und Bernd (19 Jahre, Zivi, aus Berlin):
Vom Mitbewohner wurde uns das Fährmannsfest als ein Kult-Festival in Hannover empfohlen. Es gefällt uns sehr gut, der Eintrittspreis ist okay, wenn man bedenkt, dass hier heute abend vier Bands spielen. Wir hören viel alternative Musik und hoffen, dass noch einige solcher Bands spielen. Die Krächzis waren ja recht lustig, aber musikalisch weniger prickelnd.
|