Poträt Avoid
Avoid

Rockmusik im traditionellen Sinne ist zusammengesetzt aus vielen Komponenten. Im Bürogebäude der progressiven Unterhaltungsmusik gibt es die akustische Leitungsebene, die Fachabteilung Elektronik, das Melodie- und Harmoniearchiv, und unten im Keller ist die Metallverarbeitung.

An der Speedmetal-Veredelungsmaschine bearbeiten Fachleute des Handwerks die Nervenenden im Gehörgang des Konsumenten mit einer Dezibelzahl jenseits der 100 im unteren Bereich. Im Tempo liegt man locker weit über 120 Schläge pro Minute – Also nichts für kränkelnde Gemüter.

Vorarbeiter an dieser Maschine sind die fünf Herren von Avoid. Das Großburgwedeler Quintett hat eine lange Band-Historie. Schon 1994 gründete sich Avoid, damals noch mit Sänger Sven Zanardo, um dem Speedmetal zu fröhnen – hart, schnell und laut sollte es sein. Seit November 1996 spielen die Gitarristen Kilian Dembeck und Christian Werner, Bassist Dirk Möller sowie Drummer Ben Hühnerbein mit dem neuen Sänger Jörg Arnold zusammen, doch an der musikalischen Ausrichtung hat sich nichts geändert.
Zwei CDs haben die vier schon im Eigenvertrieb veröffentlicht: Aus dem Jahre 1996 stammt „Depression unrest“ (mit Zanardo) und 1998 erschien „Dehumanized Reality“ (mit Arnold). Kompromisslose Geschwindigkeit und wilde Gitarrenorgien waren bisher die vorherrschenden Elemente in der Musik Avoids, obwohl auch immer der Melodie ein Platz im Song eingeräumt wurde.

Bei Avoid gibt es auch kein genreübliches Grummeln im Bassstimmenbereich, das vom Untergang des Abendlandes verkündet. Obwohl die Texte der Band natürlich nicht vor Lebenfreude sprühen, behalten sich die vier immer eine kleine kommerzielle, fast poppige Note in den Stücken vor. So bleiben diese lebendig und auch für das ungeübte Ohr konsumierbar.