Alexander Fafli und Jakob Bania von Refake
Refake, Emergenza und die erste Demo-CD
Von Frauke Rauner
Im Sommer 2001 erreichte die hannoversche Band Refake das Halbfinale des Emergenza-Festivals und präsentierte sich bei den Auftritten im MusikZentrum erstmals einer größeren Öffentlichkeit. Ende des Jahres wurde die Aufnahmen für die erste Demo-CD "A Spotlight through the forehead" gemacht, die endgültige Fertigstellung der CD mit Cover, Booklet und allem Drum und Dran ist nun für Ende Februar vorgesehen.
Am 18.Januar 2002 traf Frauke Rauner die Gitarristen und Sänger von Refake Alexander Fafli und Jakob Bania in Hannover und sprach mit den Musikern über die Entstehung der Band, Emergenza, die aktuelle Demo-CD und die Pläne für die Zukunft.
Rockszene.de: In der Teeküche eurer alten Schule soll 1997 die Idee entstanden sein, eine Band zu gründen, eine Band namens Refake. Wahrheit oder eine hübsche Anekdote ?
Jakob Bania: Ja, wir hatten diese Idee mit einer Band und bei der ersten Probe standen dann plötzlich 20 Mann im Proberaum, stöpselten ihre Instrumente ein und die Folge war riesiger Krach. Nach und nach sind dann Leute abgesprungen. Wahrscheinlich war es ihnen zu laut.
Alexander Faflik: Auch hatte keiner von uns wirklich Banderfahrung. Zu der Zeit spielten Jakob und ich noch ausschließlich Gitarre. Unser damaliger Sänger Benno hatte der Band den Namen gegeben und er wird sich schon etwas dabei gedacht haben, was wir jedoch heute nicht mehr nachvollziehen können. Ich übersetze Refake als "Retourkutsche", vielleicht auch als "Fälschung". Der Name hat auf jeden Fall irgendetwas Verwirrendes und vielleicht wollen wir die Leute auch ein wenig unsicher machen und so zum Nachdenken bringen.
Rockszene.de: Letztes Jahr wart ihr auch bei Emergenza vertreten und seid bis ins Halbfinale gekommen. Da war euer neuer Schlagzeuger Nils Blume aber noch nicht dabei.
Faflik: Nein, Nils kam erst im September zu uns. Von unserem damaligen Schlagzeuger Henning haben wir uns nach dem Emergenza-Festival getrennt. Wir hatten uns dort auch einfach auf blauen Dunst hin beworben. Der Anreiz war, mal mit professionellen Leuten zusammenzuarbeiten und auf einer größeren Bühne mit ordentlichem Equipment zu spielen. Das ist ja dann auch geschehen und mit unseren Gigs waren wir sehr zufrieden.
Bania: Weniger zufrieden waren wir jedoch mit dem Abstimmungsverfahren. Wer die meisten Leute mitbringt, der gewinnt...
Faflik: Aber es ist doch auch in Ordnung, dass die Leute mehr als eine Stimme haben und somit dieses Prinzip relativieren. Emergenza war eine schöne Erfahrung.
Danach hatten wir jedoch keinen Drummer mehr, also haben wir erstmal eine Pause eingelegt, denn an eine CD-Produktion war ja auch erstmal nicht zu denken.
Rockszene.de: Und im September 2001 kam dann Nils und ihr seid zusammen ins Studio gegangen?
Bania: Na, wir haben anfangs überlegt, ob wir eine professionelle Studioaufnahme machen. Wir wollten- nun wieder mit Schlagzeuger- endlich mal unsere Songs auf einer CD verewigen. Aus finanziellen Gründen zogen wir dann das Homerecording vor und innerhalb von drei Tagen hatten wir sechs Songs fertig.
Rockszene.de: "A SpotlighThrough The Forehead" heißt die entstandene Demo-CD. Seid ihr zufrieden?
Bania: Dafür, dass dies unser erstes Demo ist, ist es gut gelungen und wir sind alle zufrieden, denke ich. Die Aufnahme dient ja lediglich als Demo und soll und kann nicht mit einer professionellen CD verglichen werden.
Rockszene.de: "Süße Melancholie trifft auf aggressive Verbittertheit", so beschreibt ihr eure Musik. Ist diese Bandbreite auch auf dem Demo vertreten?
Faflik: Ich denke schon. Wir haben bewusst sechs Songs ausgewählt, die diesen Bogen von der Melancholie bis zur Aggression verdeutlichen. Mal ist ein Song, der knüppelt und mal ein langsamer Song zu hören. Aber im Großen und Ganzen ist es doch Rockmusik.
Rockszene.de: Die englischen Texte zur Musik schreibt ihr beide mit welchem Hintergrund bzw. welcher Absicht?
Faflik: Es geht um Sinnfragen, um den Alltag, den wir alle so durchleben. Ich sehe das Schreiben als eine Art von aktiver Problembewältigung. Andere malen, zeichnen oder zersägen Holz - ich schreibe eben Texte.
Rockszene.de: Was sind eure weiteren Pläne für das Jahr 2002 ?
Faflik: Hoffentlich ist die Platte bald endgültig fertig und dann heißt es viele Gigs, viele Open-Airs und vielleicht auch mal im Vorprogramm von Sonic Front zu spielen.
Die Demo-CD "A Spotlight Through The Forehead" wird voraussichtlich Ende Februar über die Kontaktadresse refake@refake.de käuflich zu erwerben sein.
Weitere Informationen im Netz unter http://www.refake.de
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