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Sänger und Komponist Roland Loy
Der Weg zum Album "pushed & pulled"

Der hannoversche Sänger und Komponist Roland Loy präsentiert sich auf seiner neuen CD "pushed & pulled" wiedereinmal als vielschichtiger Musiker und vereint Elemente aus verschiedenen musikalischen Richtungen zu einem interessanten, individuellen Hörerlebnis.
Frauke Rauner sprach mit Roland Loy am 17.07.2001 in Hannover:

Rockszene.de: Vor ungefähr drei Wochen hast du deine neue CD "pushed & pulled" fertiggestellt. Bist du zufrieden?

Roland Loy: Die CD ist wesentlich besser gelungen als ich dachte. Ich bin begeistert vom Sound und dem sehr musikalischen Charakter.

Rockszene.de: Ursprünglich war doch geplant, die CD schon letztes Jahr im Sommer zu veröffentlichen. Warum erst jetzt?

Loy: Letzten Sommer hatte ich schon fünf Songs fertig und arrangiert, geriet jedoch ins Grübeln, weil der Sound auf Grund gleicher technischer Voraussetzungen ähnlich wie beim Vorgängeralbum "Orlando" war.
Somit ließ ich die ganze Sache erst einmal ruhen, auf der Suche nach neuen Ideenquellen.

Rockszene.de: Im Herbst 2000 hattest du zusammen mit akustischer Besetzung einen Gig im Faust. War diese neue Besetzung eine der Ideenquellen?

Loy: Bestimmt. Es entstand ein neuer, anderer Aspekt in den Songs durch den akustischen Sound. Diese Ebene war lebendig, spielerisch. Einige Tage später spielte Gitarrist Ulrich Rode für die fünf Songs die Akustikgitarre ein. Darauf sollte nun aufgebaut werden.

Die Sängerin Sabine Roth ließ ich nun einige Passagen einsingen. Sie hat einen speziellen Sound in der Stimme, der mir gefiel und die neue, andere Klangfarbe der Songs unterstützte.
Diesen akustischen Sound wollte ich nun noch weiterbringen. Es sollte noch sphärischer, akustischer werden. Das theatralische Element sollte in dieser Art von Sound ausgebaut werden.

Rockszene.de: Ende vergangenen Jahres hast du dein gesamtes Equipment umgekrempelt. Wieder eine Möglichkeit zum neuen Sound!?

Loy: Ja, ich bunkerte mich daraufhin mit dem neuen Equipment ein, erforschte dessen Soundmöglichkeiten und hatte im Februar erste brauchbare Ergebnisse an den fünf besagten Songs vorzuweisen. Außerdem schrieb ich noch zwei neue Songs.

Rockszene.de: Auf der CD finden sich auch zwei "alte" Songs von der vorherigen CD "Orlando". Warum hast Du die noch dazugenommen?

Loy: Ich hatte nun die alten Songs im neuen Gewand und somit einen guten Vergleich, was sich musikalisch getan/geändert hat.

Rockszene.de: Du hast diesmal nicht nur das Mastering (wie bei "Orlando") sondern auch den gesamten Mix Horst Schnebel im Studio17 in Mannheim überlassen.

Loy: Ja, zuerst versuchte ich, die Sachen wieder selbst zu mixen, erlangte aber nur unzufriedenstellende Mixergebnisse und hatte das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.

Folglich fasste ich den Entschluss, die Sachen von Horst mixen zu lassen. Nach Ostern sollte es dann auch schon losgehen. Ich schrieb noch einen Song, der mehr aus Spaß an der Freude entstand, auf den Horst letztlich jedoch total abfuhr. Wir mischten noch einige Synthiesounds dazu und so war der Song "questions & answers" geboren.

Nach dieser Produktion war mir eine neue Tür geöffnet und auf diesem Weg arbeite ich nun auch weiter.
Ich bin neugierig und ungeduldig. Es ist soviel möglich und ich möchte noch viel ausprobieren. Mal sehen, was sich in dieser Art von Sound noch alles entdecken lässt.

Rockszene.de: Bist du dann vielleicht mal wieder live mit einem Bandprojekt zu erleben?

Loy: Darüber bin ich mir noch nicht schlüssig. Möglicherweise werde ich Ende des Jahres wieder ein Bandprojekt starten. Jedoch ist noch nicht geklärt, welche Art von Performance dazu kommt, zu der die Musik passt. Ich will das Tiefsinnige der Musik nicht reduzieren, also gehört eine dementsprechende Performance dazu.

Rockszene.de: In diesem Zusammenhang eine Frage zum Cover der CD: Das Booklet beschränkt sich auf Porträtfotos, die übliche Songauflistung- auf Songtexte oder ähnliches wurde verzichtet. Warum diese Variante?

Loy: Für die Fotosession ist der junge Fotograf Kay Riechers verantwortlich. Der Typ hat sehr viel Auge für´s Persönliche und das war mir bei dieser Produktion sehr wichtig.
Das Cover ist bewusst einfach gestaltet, um u.a. aufwendige und lästige Faltaktionen zu vermeiden.

Rockszene.de: Vorne auf dem Cover sieht man zwei gegensätzliche Bilder von dir nebeneinander. Auf der "Orlando" findet man lediglich ein kleines Bild von dir.

Loy: Die Zweifachheit der Titel wird mit den zwei verschiedenen Fotos verdeutlicht (heaven & earth, questions & answers, pushed & pulled), das Zweigespaltene der Musik . Außerdem wollte ich mich diesmal bewusst als Person und/oder Künstler darstellen und die Distanz, die noch bei "Orlando" herrscht, durchbrechen.
Auch für die Zukunft werde ich so oder ähnlich weiterarbeiten, mich inspirieren lassen und weiterentwickeln. Der Prozess ist für mich das Interessante am Leben bzw. in der Musik, nicht der Stillstand.