Mario Bölt von The Company Germany
Engagiert in Sachen Fish aus Überzeugung
Das Interview mit Mario Bölt führte Andreas Haug am 3.6.2002
Rockszene.de: Wann und wie wurdest du das erste Mal auf Marillion/Fish und deren Musik aufmerksam ?
Mario Bölt: Ganz einfach, wie die meisten anderen auch: durch den Song „Kayleigh“! 1985 war das Marillion-Jahr. Mich interessierte damals nur die Band als ganzes. Die Band stach einfach aus dem 80er-Jahre- Mainstream-Pop hervor. Die Texte waren so tiefgründig und facettenreich, dass es für mich kaum eine Band gab, die Marillion damals das Wasser reichen konnte. Die Texte von Fish sind auch heute immer noch einmalig. Er ist eben ein „großer“ charismatischer Poet ;-) Zudem überraschte er immer wieder mit seinem musikalischen Stil bei ihm ist es nicht langweilig.
Rockszene.de: Welches sind deine persönlichen Lieblingsalben und Songs von Marillion bzw. Fish ?
Mario: Aus Marillion Zeiten ganz klar „Script for a jester´s tear“, das Debütalbum von 1983. Bei Fish sind es momentan „Plague Of Ghosts“ sowie „Long Cold Day“ vom letzten Studio-Album „Fellini Days“.
Rockszene.de: Welches war bislang dein persönliches Konzerthighlight mit Marillion bzw. Fish ?
Mario: Das Open-Air 1986 im Müngersdorfer Stadion in Köln mit Queen und Marillion. Das beste Fish Konzert für mich war die Company Germany Convention 1993 in Rheinberg. Fish stand dort über 3 Stunden auf der Bühne. An dem Abend hat alles gepasst
Rockszene.de: Gibt es noch andere Musik, Bands und Künstler die du hörst und die dich interessieren ?
Mario: Ich bin bekennender Fanta4-Fan. Ansonsten höre ich wirklich alles. Hauptsache es gefällt.
Rockszene.de:Die Fish-Fanclub Organisation heißt einheitlich „The Company“. Wann und auf wessen Initiative wurde „The Company Germany gegründet“ ? Wie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen dir und Fish ?
Mario: Die Company Germany wurde 1989 gegründet. Es war die erste Company damals. Zwei der drei Gründungsmitglieder schieden dann im Laufe der Zeit aus beruflichen und privaten Gründen aus. Zum Schluss blieb nur noch Jürgen Neuhaus übrig. Aber auch er konnte aus familiären Gründen nicht mehr die Zeit aufbringen, die Company Strukturen aufrecht zu erhalten. Da Jürgen und ich uns sehr gut kennen und ich auch abschätzen konnte, was da auf mich zukam, beschloss ich, die Company vor dem Auseinanderfall zu retten. Seit 1998 sind wir nur noch im Internet vertreten, wobei dadurch die Vorteile überwiegen. Zwar gibt es keine Fan-Club Hefte mehr, aber auf Grund der Möglichkeiten des Internets kommen die Fans viel früher an ihre News.
Rockszene.de: Welchen beruflichen Background hast du ? Ist dein Engagement für „The Company Germany“ inzwischen ein fulltime-Job ?
Mario: Das möchte man meinen (schmunzelt). In Wirklichkeit habe ich den ganzen Tag mit dem Internet als solches zu tun. Zudem bin ich als EDV-Servicetechniker und Webdesigner (Mario entwickelte und pflegt auch die Internetpräsenz www.raingods.de - d.Verf.) beruflich schon mit der ganzen Software „vorbelastet“, was die Sache ungemein erleichtert und den Zeitaufwand verhältnismäßig niedrig hält.
Rockszene.de: Wie sieht so ein typischer Arbeitstag für dich aus ?
Mario:Wie bei den meisten Menschen auch. Aufstehen, duschen, ab zur Arbeit, abends nach Hause und -falls nicht gerade wie jetzt eine Convention vor der Tür steht- es mir gemütlich machen.
Rockszene.de:Wie finanziert sich dein Engagement bzw. The Company Germany ? Gibt es Zuschüsse von Fish aus Schottland oder bist du zur Kostendeckung allein auf die Mitgliedsbeiträge angewiesen ?
Mario:Im Endeffekt finanziert sich die TCG selbst. Die einzigen Kosten die anfallen sind Hosting-Gebühren (für SSL-Server etc.), Hardware sowie Onlinegebühren. Unser Hoster „generate.de“ sponsort uns auch mit ein wenig Frei-Traffic. Meine Arbeitsstunden gibt’s gratis. Aus Überzeugung!!
Fish unterstützt uns mit Mitgliederaktionen. Zuletzt konnten alle Mitglieder ihre Tickets für die Europa-Convention in Enschede vorab zu einem Vorzugspreis bestellen.
Rockszene.de: Wie kann man Mitglied werden und welche Vorteile bietet eine Mitgliedschaft bei The Company ?
Mario: Man kann sich ganz einfach unter www.raingods.de registrieren lassen. Der Beitrag liegt übrigens bei 7,50 € im Jahr. Einer der Vorteile liegt z.B. darin, das man als Mitglied,wie bereits erwähnt, an Tickets zu günstigeren Preisen rankommt. Außerdem gibt es auf der Company-Website einen exklusiv für Mitglieder zugänglichen Info-und Servicebereich.
Rockszene.de: Nach der Trennung Fish/Marillion haben sich ja teilweise zwei Lager so genannter „Die Hard Fans“ gebildet. Für die einen zählt nur Marillion mit Fish und Fish solo, für andere wird Marillion nur mit den Post -1988-Werken und der Stimme von Steve Hogarth in Verbindung gebracht.Unter Insidern hat die Geschichte ja schon einen Bart-dennoch: Wie ist deine Meinung zu dem Thema ?
Mario: Eigentlich haben sich drei Lager gebildet. Das letzte Lager hört beides mal mehr mal weniger. Zu denen gehöre ich auch.
Rockszene.de: Gibt es Kontakte und eine Zusammenarbeit zwischen „The Company Germany“ und „The Web Germany“ (offizielle deutsche Fanclub Organisation von Marillion-d.Verf.) ?
Mario: Klar, wir kennen und respektieren uns. Man läuft sich ab und an immer mal wieder über den Weg, aber das Verhältnis zu den Leuten von The Web Germany ist entspannt und freundlich.
Rockszene.de: Kommen wir zur bevorstehenden Europa- Convention von Fish in Enschede: Ist es richtig, dass du die Veranstaltung allein mit deinen holländischen Kollegen organisierst?
Mario: Ja, Harry und Astrid Brinks sind sehr gute alte Bekannte. Wenn man so ein Event aufzieht, muss man sich auf seine Partner verlassen können. Da sehe ich bei der Company Holland keine Probleme.
Rockszene.de: Wie organisiert man so eine zweitägige Veranstaltung ? Was ist im Vorfeld zu beachten ? Was muss bis wann erledigt sein ?
Mario: OHH! Da könnte ich schon eine Magisterarbeit schreiben. Im Endeffekt beruht alles aus Erfahrung. Zudem steht mir der „alte“ Fan-Club Leiter Jürgen Neuhaus immer noch mit Rat zur Seite. Der macht so was schließlich auch nicht zum ersten Mal.
Rockszene.de: Welche (finanziellen) Risiken gibt es bei so einer Veranstaltung und wer trägt sie ?
Mario: Im Endeffekt ist das Fish`s Veranstaltung. Doch wo kein Wasser, kann auch nicht geschwommen werden.
Rockszene.de: Was erhoffst du dir von dem Wochenende in Enschede ?
Mario: Jede Menge glückliche und zufriedene Gesichter. Und ein paar große Partys.....
Rockszene.de: Wie schätzt du die Bedeutung des Internets für Fish und deine Arbeit ein ?
Mario: Das Internet spielt für Fish schon seit Jahren eine große Rolle. Die Website von Fish wurde seit 1998 schon über 1.000.000 mal besucht. Diese Zahl steht für sich. Für mich bedeutet das Internet den einzig schnellen und intensiven Kontakt zu anderen Fans. Zur Convention z.B. kommen die Fans nicht nur aus ganz Europa die kommen wirklich aus der ganzen Welt. Ich glaube nicht, dass so ein Event ohne das Internet machbar wäre.
Rockszene.de: Welche Pläne und Ziele hast du mit „The Company“ für die Zukunft ?
Mario: Och... Ich bin bescheiden. Im Moment läuft`s prima. Die TCG entwickelt sich langsam aber stetig. Und Fish`s neues Studio-Album „Field Of Crows“ steht ja auch noch Ende des Jahres an.
|