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Jens Burger (Die Schröders)
Die Fun-Punker vor ihrer X-Mas-Tour 2001

Von Frauke Rauner

Im Jahr 1996 kommt mit "Fr. Schmidt" die wohl bekannteste Single der Schröders heraus.
2001 wird nach längerer Live-Abstinenz der fünf Musiker das Album "Das Leben ist kein Ponyhof" veröffentlicht.
Unter dem Motto "Wer Leber liebt" starten die Schröders zusammen mit Fred Timm(Ex-Norbert und die Feiglinge) im Dezember ihre X-Mas Tour 2001.
Es tut sich also einiges bei der Fun-Punk-Combo aus Bad Gandersheim. Für uns Grund genug, mal nachzufragen, wie es der Band in den letzten Jahren erging, der Stand der Dinge im Augenblick ist und was die Jungs in Zukunft vorhaben

Unsere Mitarbeiterin Frauke Rauner traf Sänger Jens Burger am 19.Oktober am Rande eines Konzertes in Salzgitter.

Rockszene.de: 1989 gilt als Gründungsjahr der Band Die Schröders. Wie kam es dazu?

Burger: Ich habe früher so "Blowing in the wind" mit akustischer Gitarre in der Fußgängerzone gespielt. Hämpy war der erste, den ich kennen gelernt habe, der auch Gitarre spielte. Der hat sich dann gleich `ne E-Gitarre gekauft. Wir haben uns dann zusammengetan, weil wir befreundet waren und dann waren wir gleich `ne Band – zu zweit mit Drumcomputer. Und so hatten wir unsere ersten Auftritte.

Rockszene.de: Wie seit ihr auf den Bandnamen gekommen ?

Burger: Der Name "die Schröders" fiel uns in einer Telefonzelle ein. Das war in Bad Gandersheim vor der Polizei. Wir wollten einen Familiennamen als Bandnamen. Und dann haben wir im Telefonbuch der besagten Telefonzelle den Finger kreisen lassen und landeten bei "Schröder". Das ist eigentlich das ganze Geheimnis. Das hätte uns auch schlimmer treffen können. Die Telefonzelle gibt es übrigens heute immer noch.

Rockszene.de: Nach der Aufnahme des vierten Albums "GILP" 1997 in Hannover, verließen ein Jahr später Schlagzeuger Maja und Basser Hagen die Band.

Burger: Das war auch höchste Zeit, weil wir uns nicht mehr vertragen haben. Es hat keinen Spaß mehr gemacht und wir konnten uns irgendwann nicht mehr sehen. Hagen hat uns nach einem Gig verlassen. Maja hatte schon weit vorher gesagt, dass er einen neuen Schlagzeuger organisieren will, weil er keine Lust mehr hatte auf Schlagzeug.

Rockszene.de: Wie habt ihr dann passenden Ersatz gefunden?

Burger: O-Lee kommt aus Bad Harzburg. Wir kannten ihn schon vorher sehr lange. Unser Gitarrist Vipo hat früher in mehreren Bands gespielt und wenn der mal nicht konnte, ist O-Lee eingesprungen, weil er eben ein guter Gitarrist ist. Als dann ein Bassist gefehlt hat, haben wir uns gesagt, wer Gitarre spielen kann, der kann auch Bass spielen. Wir haben ihn dann gefragt und er hatte auch Lust darauf. Und so hat sich das dann alles ergeben. Seitdem spielt O-Lee Bass und Sascha Schlagzeug bei den Schröders.

Rockszene.de: Und du lebst von die Musik?

Burger: Nein, das ist für mich einfach eine schöne Sache für Nebenbei.

Rockszene.de: Schon seit über 10 Jahren gibt es die Schröders. Ist es nicht auf die Dauer langweilig geworden?

Burger: Nein, denn je länger man irgendetwas macht, desto routinierter wird man. Man hat mehr Zeit sich auf neue, andere Sachen einzulassen. Für mich ist es eine tolle Sache, wenn Wochenende ist oder wenn wir eine Tour haben. Dann nehme ich mir Urlaub und dann geht´s los. Das ist richtig geil, wie in so einem Fußballverein.

Rockszene.de: Gibt es nach so langer Zeit noch Nervosität vor den Auftritten?

Burger: Nein. Vor den Gigs herrscht immer eher eine Art Spielfreude und Ungeduld.

Rockszene.de: Im Jahr vor der Veröffentlichung des Albums "Das Leben ist kein Ponyhof" habt ihr euch, was Live-Konzerte betrifft, ziemlich rar gemacht.

Burger: Wir hatten damals eben keine aktuelle Platte und wenn du heutzutage keine Platte auf dem Markt hast, kannst Du auch nicht in der Größenordnung auftreten, in der wir nun mal auftreten. Das letzte Album war vier Jahre her. Wir hatten drei Jahre das gleiche Programm gespielt und darauf keinen Bock mehr. Und die Veranstalter hatten das Programm dann auch schon zwei- oder dreimal gebucht.
Wir sind eine Band, die von "Getreuen" umgeben ist, sei es jetzt die Fans oder die Veranstalter. Die Fans reisen uns von überallher hinterher. Davon gibt es Hunderte, die einfach immer da sind. Und genau so verhält es sich auch mit den Veranstaltern. Wir spielen immer in den gleichen Clubs in den Städten. Und wenn die das Konzert schon ein paarmal präsentiert haben, haben wir selber auch kein gutes Gefühl mehr dabei. Deswegen musste erst mal eine neue Platte gemacht werden und das hat dann gedauert. Folglich haben wir zu dieser Zeit sehr wenig Konzerte gespielt.

Rockszene.de: Ihr veranstaltet regelmäßig Fantreffen. Das letzte war dieses Jahr im Juli in Eimen. Der Kontakt zu den Fans ist euch sehr wichtig?

Burger: Auf jeden Fall. Das ist bei den Schröders das Besondere. Von den Fans lebt eine Band.

Rockszene.de: Nun ist das neue Album da. Wie geht es in Zukunft weiter mit den Schröders?

Burger: Ja, das Album ist jetzt ein halbes Jahr jung und gefällt mir sehr. Ich bin vollends zufrieden.
Es gibt schon Pläne für die Zukunft. Genaueres kann ich da zwar noch nicht sagen. Aber es wird auf jeden Fall eine Wiederauflage von unseren ganzen Alben, die nicht mehr zu kaufen sind, geben. Wir haben vor, diese ganzen Platten wieder in die Läden zu stellen. Das allererste Album, das es seit zehn Jahren nicht mehr zu kaufen gibt, soll wieder rauskommen. Und dann wollen wir noch so eine Art "Best of"-Bestandsaufnahme machen. Da werden dann Live-Sachen dabei sein. Wir haben letztes Jahr beim Weihnachtskonzert in Bad Gandersheim, wo wir jedes Jahr spielen, zwei Tage lang mitgeschnitten. Da sind supergute Sachen dabei. Bei unserer letzten Single hatten wir davon schon einiges veröffentlicht. Aber da ist noch so viel Material. Wir haben auch mal ein unplugged-Konzert gespielt. Das ist sicherlich ziemlich interessant für die Leute. Das soll dann auch mit auf die "Best of"-Platte.

Rockszene.de: Sind weitere Konzerte in diesem Jahr geplant?

Burger: Wir machen noch ein paar Konzerte in diesem Jahr, so zehn um Weihnachten herum. Das ist unsere "Christmas-Tour", die eigentlich dreimal so lang sein sollte. Wir haben uns dann aber überlegt, es ist günstiger im Frühjahr nochmal eine Veröffentlichung zu machen. Und zu diesem Anlass ist dann eine größere Tour geplant. Dann ist es auch nicht mehr so kalt, wie zu Weihnachten.

Im Netz sind die Schröders unter www.die-schroeders.com zu finden.