Die CD-Produktion - Teil2: Druckspezifikation und kleines Lexikon
von Jenny Zinn
Für alles was bei einer CD-Produktion gedruckt werden soll (CD-Label + Paperwork) muss man die Anforderungen (so genannte Spezifikationen) der Presswerke peinlichst genau einhalten.
Oft gibt es jemanden im Freundeskreis einer Band, der über ein paar grafische Kenntnisse verfügt und verspricht, zum "Freundschaftspreis" die Grafikarbeiten zu übernehmen.
Dieser Freundschaftspreis wird nicht selten teurer, als die Sache gleich einem ausgebildeten Grafiker zu übertragen.
Wenn man Pech hat, benutzt das Presswerk die angelieferten Filme trotz Mängel. Gute Presswerke melden sich und monieren, dass eben doch nicht alle Anforderungen beachtet wurden.
Nun muss alles noch mal überarbeitet werden und es müssen abermals Filme erstellt werden. Abgesehen von unnötigen Kosten führt dies auch zu erheblichen Zeitverzögerungen. Besonders schlimm ist dies, wenn die CD-Release-Party bereits angekündigt wurde, aber man seine CDs dann doch noch nicht fertig hat.
Manche CD-Vervielfältiger arbeiten mit Grafikern (die gar nicht so teuer sind) zusammen. Vom Layout bis zur Filmerstellung wird einem alles abgenommen und man kann sich hundertprozentig darauf verlassen, dass die Sache reibungslos und termingerecht über die Bühne geht.
Bei einer CD-R-Produktion sieht die Sache einfacher aus.
Man braucht nämlich (abgesehen vom Siebdruck) keine Filme zu erstellen. Auch die Anforderungen an die Aufbereitung der Daten für die Druckvorlagen sind leichter zu erfüllen.
Je nachdem, was man für Ansprüche stellt, haben aber die Drucksachen für kleinere Auflagen auch ihren Preis. Weiterhin muss man bedenken, dass diese dann meist per Hand geschnitten und in die Jewelboxen einkonfektioniert werden.
Bei einer Auflage von nur 100 Stk. kann dies mehr als eine abendfüllende Beschäftigung der gesamten Band bedeuten.
Am besten lässt man sich rechtzeitig vor der geplanten CD-Produktion beraten und fordert neben den Spezifikationen auch mal Musterdrucke an.
Wie auch in diesem Artikel wird bei der CD-Vervielfältigung nicht mit Fachausdrücken gespart. Um die Sache etwas transparenter zu machen hier eine kleine Übersetzungshilfe für die meist verwendeten Begriffe:
Booklet
Papiereinlage für die CD-Hülle zum Herausnehmen Booklets können 2 bis 32 Seiten umfassen, sie können wie ein Buch geheftet sein oder in unterschiedlichsten Varianten aus einem Blatt gefalzt werden
CD-R
R=recordeble (bespielbarer CD-Rohling), es gibt mittlerweile auch CD-R/Ws, das W steht für writeble, diese CD-Rs können dann mehrfach benutzt werden, in dem die darauf befindlichen Daten überschrieben werden können
CD-ROM
CD auf der sich ausschließlich Daten befinden
Covercard
zweiseitiges Booklet, Vor- und Rückseite eines Booklet werden als je eine Seite gezählt, die typischste Variante, bei der das Einlegeblatt einmal gefaltet ist, bezeichnet man als 4-seitiges Booklet
Glasmaster
Werkzeug zur Herstellung gepresster CDs
Inlaycard
Papiereinlage für die Rückseite der CD-Hülle
Jewelbox oder Jewelcase
normale CD-Hülle, man kann zwischen verschiedenen CD-Einlegern sogenannten Trays wählen, die gängigste Variante ist das schwarze Tray, es gibt diese auch in weiß, farbig oder kristallklar
Label
CD-Aufdruck
Lithos
Filme zur Erstellung der Drucksachen
Maxibox oder Slimbox
schmale komplett durchsichtige CD-Hülle
Maxi-CD
CDs mit einer Spieldauer bis zu 21 Minuten, bei CD-Pressungen ist die Herstellung des Glasmasters günstiger als bei einem Longplayer
Maxi-Einleger
Papiereinlage für die Maxi-Box, bei dieser kann man nur vorn Papier beilegen, ein richtiger Maxi-Einleger ist besonders gestanzt und muss von einer Druckerei gefertigt werden, man kann aber bei Kleinauflagen auch eine etwas grössere Covercard verwenden
Offsetdruck
Druckverfahren der Druckereien zur Herstellung der Booklets Inlaycards und Maxi-Einleger
Paperwork
Oberbegriff für alle Papierbeilagen Rohling unbespielte CD-R
Siebdruck
Druckverfahren für den Labeldruck
Standard-CD oder Longplayer
CDs mit einer Spieldauer bis 74 Minuten, es gibt auch CD-Rs mit einer Spieldauer bis zu 80 Minuten
Thermotransferdruck
Verfahren zur Bedruckung von CD-Rs (Schwarz auf Silber)
Tray
Innenteil der CD-Hülle in die die CD eingelegt wird
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