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VW-Coaching Woche mit The Splash -
Rockszene.de war dabei

Sexy-Bubblegum-Pop ist das Markenzeichen von The Splash aus Bretten bei Karlsruhe. Sie zählen zu den fünf auserwählten Bands, die bei den begehrten Trainingswochen im MusikZentrum Hannover, veranstaltet von der VW Soundfoundation und der B.A. Rock e.V., dabei sind. Nahezu 650 Bands hatten sich bundesweit beworben.

Neben The Splash sind in diesem Jahr die Bands Caféhaus, Keine Halben Sachen, Neulich und Unbelievable Scenes mit von der Partie. Jede Band weilt eine Woche im MusikZentrum und feilt in von prominenten Profis aus dem Musikbusiness geleiteten Workshops an ihren Songs und ihrer Performance. Der Sprung ins professionelle Musikgeschäft ist für die Bands nicht nur Wunschtraum sondern fest anvisiertes Ziel.

The Splash sind von der Location in Hannover begeistert und freuen sich darauf, eine ganze Woche jeden Tag auf der großen Bühne live zu spielen und an ihren Songs und ihrer Bühnenshow zu basteln.

The Splash schöpfen ihre Inspirationen aus britischer Gitarren-Pop-Musik wie man sie von Bands wie Blur kennt.

Am ersten Tag führt man ein Gespräch mit mit einem wichtigen Entscheidungsträger einer Plattenfirma. Sina Farschid ist A+R-Direktor von EPIC-Records. Smudo, Kopf der populären Band Die Fantastischen Vier ist auch anwesend.

Das Ergebnis dieses Gespräches betrachten The Splash mit gemischten Gefühlen. Ihre Musik sei sicherlich interessant, würde sich für eine Vermarktung jedoch nicht unbedingt sofort aufdrängen, hatte ihnen Farschid erzählt und ihnen mit Smudo geraten, es einmal mit deutschen Texten zu probieren. Deutsche Texte zu Musik, dessen Basis moderner, innovativer Pop, britischer Prägung ist? Damit tun sich The Splash schwer. "Es ist schwer, viele Melodiebögen in unseren Songs mit deutschen Texten zu unterlegen. Die deutsche Sprache ist häufig recht kantig, das kann alles schnell platt klingen", sorgt sich Bassmann Georg zunächst.

Am zweiten Tag geht es sportlich zu. Mit der Choreographin Eva Maria von der Höh geht es an die Bühnenperformance. An diesem Dienstag erlebt der Sommer in Hannover seinen Durchbruch. In der Halle ist es nicht gerade kühl. Dennoch werden die Jungs von The Splash von der Diplomsportlehrerin getrimmt. Ein richtiges Aufwärmprogramm gehört eben dazu, wenn man sich bei sich bei einer richtig dynamischen Bühnenshow keine Zerrung oder einen Hexenschuss holen will.

Einige Gymnastikübungen aus der Rückenschule machen die Musiker locker. Für fünf Songs werden die Bewegungsabläufe auf der Bühne erarbeitet. Eva Maria von der Höh gibt Tipps und optimiert die Bewegungen der einzelnen Bandmitglieder. Wenn man die fünf Jungs so auf der Bühne herumspringen sieht, hat man zunächst den Eindruck, es handelt sich um die Proben zu einem Video-Dreh. Einige Posen sind uns schon von anderen Gitarrenbands vom Zappen durch die einschlägigen Fernsehkanäle bekannt. Es geht richtig zur Sache. Kuno, Hanno, Georg undd Hendrik sind schweißgebadet. Schlagzeuger Jens kleben die Haare im Gesicht als hätte er gerade einen 3-stündiges Konzert hinter sich. In der Halle gibt es leichte, vitaminreiche Verpflegung. Optimale Bedingungen für die Beteiligten.

Am Mittwoch steht "Arrangement" auf dem Stundenplan. Deutschland´s "Tier am Bass" Frank Itt ist da.
Den Älteren wird Frank Itt noch aus den Achtziger Jahren ein Begriff sein, als er mit The Touch durch die Clubs tourte und damals von vielen Bassisten als "Deutsches Gegenstück zu Mark King von Level42" verehrt wurde.Itt arbeitet inzwischen auch als Komponist und Produzent.
Er ist u.a. Bassist bei der Jule Neigel Band und tourte jüngst mit Howard Carpendale.

Zunächst werden die CD-Aufnahmen analysiert, anschließend spielen The Splash einen 40-minütigen Live-Set am Stück. Frank Itt beobachtet die Band aufmerksam und macht sich zu jedem Song Notizen.

Musikalische und nicht-musikalische Eindrücke werden dann in lockerer aber konzentrierter Runde diskutiert. Itt geht auch nochmals auf die Bühnenperformance ein. "Du musst einfach cooler, fast gelangweilt dreinschauen", rät er Bassist Georg. "Am wichtigsten ist es, sich dem Publikum offen zu präsentieren, die richtige "Erdung" zu haben, soll heißen, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen", so Frank Itt. "Wer von seiner Sache absolut überzeugt ist und sich auf die Bühne stellt, getreu dem Motto: Ich steh hier, ich kann nicht anders, ist frei von jeder Kritik und wird überzeugend bzw.authentisch wirken", rät Itt zu einem natürlichen, selbstbewussten Auftreten.

Die Songs wirken live wesentlich überzeugender und druckvoller, als auf der CD. Itt zeigt sich von den Songwriter-Qualitäten und den meisten Arrangements positiv überrascht. Lediglich dem Schlagzeugspiel fehlt es an Dynamik. Auch der Bass ist in einigen Passagen noch nicht optimal. Nun wird aber nicht lange diskutiert, sondern es geht ab auf die Bühne. In der folgenden halben Stunde wird die Rhythmusgruppe um Georg und Jens intensiv trainiert und dem Bassmann gleich noch einige Tricks und Kniffe am Instrument gezeigt. Man merkt Frank Itt deutlich an, dass er mit dem Herzblut eines Musikers bei der Sache ist und keinesfalls dröge nach Stundenplan sein Programm abspult. Die Band ist von diesem Coaching begeistert.

Am Donnerstag ist Smudo da und es geht ans Texten und siehe da: Ganz so abwegig ist das nicht, mit den deutschen Texten. Am Flip-Chart werden Textfragmente festgehalten die sich aus einem gemeinsamen Brainstorming entwickeln.

Smudo gibt Tipps wie man mit Sprache arbeiten kann. Man hat einiges geschafft und findet die Arbeitsweise interessant.

Dann ist auch schon Freitag und The Splash präsentieren sich im Rahmen einer Pressekonferenz den Medien. "Wir haben sehr viel Spaß gehabt, dass Coaching hat uns eine Menge gebracht", bringt es Sänger Hanno auf den Punkt um anschließend mit seiner Band die Bühne zu entern und ein paar Titel den anwesenden Vertretern von Presse, Funk und Fernsehen live vorzustellen.

Der Eindruck täuscht nicht: Die Coaching-Woche zeigt Früchte: The Splash setzen das ein oder andere neu Gelernte bei diesem kurzen Live-Set gekonnt und überzeugend um.

Fotos und Bericht: Andreas Haug